Meinolf Schönborn hat in Herzebrock-Clarholz gewohnt und auch einen Versandhandel betrieben. - © Lennart Krause
Meinolf Schönborn hat in Herzebrock-Clarholz gewohnt und auch einen Versandhandel betrieben. | © Lennart Krause

Herzebrock-Clarholz Alt-Neonazi ist nach Nordhessen umgezogen

Meinolf Schönborn, Kopf der rechtsextremistischen Szene, hat sein neues Quartier offenbar in Nordhessen aufgeschlagen

Gütersloh. Der mehrfach vorbestrafte Alt-Neonazi Meinolf Schönborn hat den Kreis Gütersloh und Ostwestfalen-Lippe offenbar verlassen. Schönborn schreibt in der aktuellen Ausgabe seiner Zeitschrift „Recht & Wahrheit", er habe sein neues Quartier im nordhessischen Knüllwald (Schwalm-Eder-Kreis) aufgeschlagen. Dort habe er wieder angefangen, „politisch aktiv" zu werden. Schönborn wohnte bislang in Herzebrock-Clarholz und unterhielt dort auch Geschäftsräume für seinen Z-Versand. Nachdem „zum x-ten Mal" seine Geschäftskonten gekündigt worden seien und er sich im Frühjahr mit seiner „70. Hausdurchsuchung" gebrüstet hatte, sei er per Räumungsklage aus seinen Geschäftsräumen und aus seiner Wohnung „rausgeklagt" worden. Ein Sprecher der Bielefelder Polizei bestätigte gestern einen Umzug Schönborns. Zu weiteren Angaben, die das private Umfeld beträfen, nehme der Staatsschutz keine Stellung. Selbst die Anfrage, ob der frühere Anführer der verbotenen Nationalistischen Front nach seinem Umzug noch in der hiesigen Region tätig sei, blieb unbeantwortet. Auch das, so die Polizei, falle unter Persönlichkeitsschutz. Der 62-Jährige spielt seit Jahren eine tragende Rolle in der rechtsextremistischen Szene. Noch im Frühjahr 2016 soll er über Kontaktleute versucht haben, das frühere „Café Muck" in Clarholz zu kaufen. Ob sich die Szene in OWL durch den Umzug verändere, liegt laut Polizei im Bereich der Spekulation – „Erkenntnisse liegen dem Staatsschutz dazu derzeit nicht vor."

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