Wasserschlacht: Die Jungs von "Bang Boom Bang", hier im Halbfinale gegen die Clarholzer "Beach Bulls" hatten mit dem nassen Element genau so zu kämpfen wie die anderen 59 Teams des 23. Herzebrocker Affentennis-Cups. - © Henrik Martinschledde
Wasserschlacht: Die Jungs von "Bang Boom Bang", hier im Halbfinale gegen die Clarholzer "Beach Bulls" hatten mit dem nassen Element genau so zu kämpfen wie die anderen 59 Teams des 23. Herzebrocker Affentennis-Cups. | © Henrik Martinschledde

Herzebrock-Clarholz Schlammschlacht beim Affentennis-Cup in Herzebrock-Clarholz

Abgesoffen: Der Dauerregen verwandelte das Strohballen-Stadion und die Volleyballfelder hinter dem Herzebrocker Hallenbad in eine einzige Matschpfütze. Während die Zuschauer deshalb fernblieben, genossen die Sportler die ungewöhnlichen Rahmenbedingungen

Henrik Martinschledde

Herzebrock-Clarholz. Die Wattolümpiade, dieser herrlich kindische Sportwettkampf in Nordseeschlick und Matsch vor Brunsbüttel, hat auch Volleyball im Portfolio. Für die Athleten dort sind die leicht widrigen Bedingungen Routine. 367 Kilometer weiter südlich war das für die Pritscher und Baggerer bisher eher unbekanntes Terrain. Seit Samstag wissen aber auch die Protagonisten des Herzebrocker Affentennis-Cups, wie der Hase oder besser: der Ball in Schmott und Modder läuft. Einmal ist immer das erste Mal. Und bei der 23. Auflage hat es die größte Sportveranstaltung der Doppelgemeinde mit ihren 60 Teams wettertechnisch richtig erwischt. Der Dauerregen der vergangenen Tage, der auch in den gut 13 Turnierstunden kaum eine Pause einlegte, hatte natürlich kein Problem damit, die sechs Volleyball-Felder und das Strohballen-Stadion hinterm Herzebrocker Hallenbad in ein halbes Wattenmeer zuverwandeln. Vom Sommer-Sonne-Urlaubs-Flair, das dem Beach-Volleyball-Event normalerweise anhaftet, blieben eigentlich nur die kleinen, bunten Schirmchen in den Caipirinhas an der Long-Drink-Bar übrig. Der Stimmung bei den Akteuren tat das aber keinen Abbruch. "So saumäßig wie heute war das Wetter zwar noch nie, aber es macht trotzdem richtig Spaß", waren sich Leyla Haarmann und Rachel Groteheide einige. Mit ihrem Team "Sandballer" sind die beiden Handballerinnen des Herzebrocker SV Stammgäste beim Affentennis-Cup. Und ihnen ging es nicht anders als dem Rest: Wo kann man sich als Erwachsener schon so richtig wie ein Kind in Matsch und Schlick suhlen? Sie genossen also das, was das Wetter kredenzte. Abgemeldet hatte sich nämlich keine der 40 Männer- und 20 Frauenmannschaften "Ich merk das erst morgen", meinte auch Fabian Klapper und bezog sich damit auf den Ball. Die Spielgeräte sogen das Wasser nämlich förmlich auf und wurden richtig schwer - Muskelkater ist da garantiert. Wie der Name "Affentennis-Cup" aber schon sagt, steht beim Spiel drei gegen drei der Spaß im Vordergrund. Liga-Spieler sind deswegen auch gar nicht erst zugelassen. Aber das gilt aber nur für Volleyball-Spieler. Neben den Herzebrocker Handballerinnen hatten auch so einige Fußball-Teams "Auswahlen"entsandt, wie etwa die zweite und dritte Mannschaft der Clarholzer Victoria.Bei den "Horny Horses" grub sich Lars Beuckmann, Oberliga-Verteidiger des FC Gütersloh, zusammen mit Victoria-Keeper Gereon Wesel durch den Schlamm. Die besten Voraussetzungen hatten aber die Junges von "Juventus Urin" - die spielen im normalen Sportlerleben Wasserball. Die Sieger von 2012 - Heiko Hasken, Marco Hasken, Timo Schulze Grachtrup, Joachim Just und Ulf Brockhoff - machten denn auch das Rennen und setzten sich im Finale gegen Viktor Drewes, Felix Ertel, Markus Schulze und Christopher Stall vom Team "Bang Boom Bang" durch. Ein voller Erfolg war das "Projekt Sandburg": Christina Quiel, Annika Ballhausen, Sandra Suer und Christina Schöne waren zum ersten Mal dabei und gewannen gleich den großen "Pott" des Frauenwettbewerbs. Im Endspiel behielten sie gegen "TeamLoui meets The White Stripes" (Regine Topmöller, Fabienne Flaßkamp, Svenja Gohes und Hannah Rüter) die Oberhand. Abgesoffen ist am Samstag aber verständlicherweise die Zuschauerresonanz. Normalerweise verfolgen rund 1.500 bis 2.000 Menschen die Finalspiele und bringen die Stimmung zum Kochen. Angesichts des riesigen Aufwandes, den die Organisatoren vom Verein Affentennis-Cup um "Chef" Thomas Kellner betreiben, ist das natürlich schade. Tonnenweise hatten sie Sand hinterm Hallenbad zu Spielfeldern verarbeitet und das Stadion mit Hunderten von Strohballen aufgebaut. "Aber gegen das Wetter bist Du nun mal machtlos", zuckte Rainer Stork mit den Schultern.  

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