Kein Glanzstück mehr: Das Rathaus in Herzebrock-Clarholz ist renovierungsbedürftig. Bürgermeister Marco Diethelm hat die Ausgaben im Blick und möchte prüfen lassen, ob ein Neubau nicht günstiger wäre als eine Sanierung. - © Andreas Frücht
Kein Glanzstück mehr: Das Rathaus in Herzebrock-Clarholz ist renovierungsbedürftig. Bürgermeister Marco Diethelm hat die Ausgaben im Blick und möchte prüfen lassen, ob ein Neubau nicht günstiger wäre als eine Sanierung. | © Andreas Frücht

Herzebrock-Clarholz Rathaus-Neubau wird geprüft

Der Sanierungsbedarf liegt laut Schätzungen bei 2,5 Millionen Euro. Der Haupt- und Finanzausschuss beschließt eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung

Anja Hustert

Herzebrock-Clarholz. Das Rathaus in Herzebrock-Clarholz ist in die Jahre gekommen. Experten sollen nun klären, ob sich die Sanierung lohnt, oder ob es nicht günstiger wäre, gleich neu zu bauen. Einstimmig sprachen sich die Gemeindevertreter am Dienstagabend im Haupt- und Finanzausschuss dafür aus, die Sanierungsfähigkeit zu überprüfen. 30.000 Euro sind für diese Expertise im Haushalt vorgesehen. "Nach erster grober Schätzung liegt der Sanierungsbedarf mindestens bei 2,5 Mio. Euro", teilte Bürgermeister Marco Diethelm den Ausschuss-Mitgliedern in seiner Verwaltungsvorlage mit. 1995 hatte die Gemeinde das ehemalige Bürogebäude für etwa 1,2 Millionen Euro vom Unternehmen Reckendrees gekauft. Für etwa 700.000 Euro wurde das Haus renoviert: 1997 zog die Verwaltung in das viergeschossige Gebäude mit Anbauten und Nebengebäuden ein. Die Liste der Mängel, die die Verwaltung den Ausschussmitgliedern präsentierte, ist lang: Die komplette Gebäudehülle mit Fenstern, Fassade und dem Dach bedarf der Sanierung. Besonders die Fenster müssen dringend erneuert werden, da sie sich zum Teil nicht mehr reparieren lassen. Aufgrund der großen Undichtigkeiten der Fenster kühlen viele Büroräume im Winter stark aus und überhitzen im Sommer. Das Flachdach weist immer wieder Undichtigkeiten auf und müsste komplett erneuert werden. Die technische Ausstattung des Rathauses ist überaltert und muss auf den neuesten Stand gebracht werden. Bis 2020 muss die Heizungsanlage nach der aktuellen Energieeinsparverordnung erneuert werden. Vielen PC-Anwendungen im Rathaus laufen schon heute zu langsam, da die Datenübertragungsraten der derzeitige EDV-Verkabelung unzureichend ist und komplett als CAT-7-Verkabelung erneuert werden muss. Die Beleuchtung entspricht nicht mehr den energetischen Standards und sollte auf sparsamere LED-Beleuchtung umgestellt werden. Als Anpassung an Brandschutz-Anforderungen müssen die Brandschutztüren im Treppenhaus erneuert und die Brandalarmierung verbessert werden. Die Mängelliste der Verwaltung ließ offenbar keine Fragen bei den Ausschussmitgliedern offen. Ohne Diskussion hoben alle die Hand und stimmten für die Wirtschaftlichkeitsprüfung, die untersuchen soll, ob es günstiger ist, das Rathaus zu sanieren oder gleich neu zu bauen.

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