Harsewinkel Extrageld gibt’s nur auf Antrag

Ausschussmehrheit lehnt Sonderförderung ab

Harsewinkel (rz). Die Argumente der CDU blieben ungehört: Die politische Mehrheit lehnt einen Extratopf für die Förderung von besonderen Leistungen der Vereine ab, die dazu beitragen, das Image der Stadt zu verbessern. Der Schul-, Kultur- und Sportausschuss folgte dem Vorschlag der Verwaltung, die Entscheidung über eine etwaige Sonderzuwendung im Einzelfall zu treffen.

Wie berichtet, sieht sich die Verwaltung außerstande, eine objektive und nachvollziehbare Bewertungsmatrix vorzulegen, die in Zukunft als Grundlage für die städtischen Sonderzuschüsse dienen könnte.

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Silvia Ostlinning vom Schulverwaltungsamt betonte, dass die dem Ausschuss vorliegende Stellungnahme zwar von Christoph Dammann unterzeichnet sei, aber ein Gemeinschaftswerk darstelle, an dem mehrere Kollegen aus dem Rathaus mitgewirkt hätten. "Wir haben uns nach bestem Wissen und Gewissen bemüht, es ist uns aber nicht gelungen, eine objektive Regelung zu finden", sagte der Verwaltungsfachfrau.

Unterstützung erfuhr sie aus den Reihen von UWG und SPD. Hans Feuß (SPD) warnte davor, die Leistungen der heimischen Vereine gegenseitig aufzuwiegen. Über ein Extrageld sollte bei einem konkreten Antrag entschieden werden. Er sei nicht angemessen, dass Harsewinkel zur "Kaderschmiede des Leistungssports" werde.

Stark für einen Sonderfonds machte sich die CDU. Die Fraktion wolle das bestehende System der Breitenförderung nicht in Frage stellen, es müsste aber möglich sein, nachvollziehbare Förderkriterien für besondere Leistungen zu erarbeiten, vor allem dann, wenn kein Sponsoring möglich sei, sagte Karl-Heinz Diederichs. Er erinnerte daran, dass herausragende Leistungen häufig mit einem enormen persönlichen und zeitlichen Aufwand verbunden seien. Die Entfernungen zu den Wettkämpfen seien oft sehr groß, die Trainer und Betreuer müssen besonders qualifiziert sein. All dies mache auch einen finanziellen Aufwand notwendig, der über das normale Maß hinausgehe.

"Es kann nicht sein, dass ein Verein, der im besonderen Maße zum guten Ansehen unserer Stadt beiträgt, um Zuschüsse betteln muss", formulierte es Dr. Angelika Wensing, ebenfalls CDU, drastisch. Ohne eine verbindliche Regelung hätten die Vereine keine Planungssicherheit. Die Aussage der Verwaltung, Ansehen sei nicht messbar, relativierte die CDU-Frau, denn schließlich gäbe es in anderen Städten, so auch in Gütersloh, Sportförderrichtlinien, in denen die Kriterien für die Sonderzuschüsse klar definiert seien, wozu auch die Teilnahme an überörtlichen Meisterschaften zähle.
Das Wort "Bettelei" wollte Margret Kaldeweise (UWG) nicht unwidersprochen im Raum stehen lasse. Es wäre nicht richtig, einen großen Topf für die Spitzenleistungen einzurichten. Vielmehr solle jeder Verein die Chance haben, einen Antrag auf Sonderförderung zu stellen.

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