Glücksspiel: Mehrere Gaststätten und Vereinsheime in Harsewinkel
betreiben steuerpflichtige, aber nicht angemeldete Spielautomaten. Die
Stadtverwaltung will die Kontrollen fortsetzen, hat bei einer
Beschlagnahmung im Juni aber Einbrecher auf den Plan gerufen. - © picture alliance / dpa
Glücksspiel: Mehrere Gaststätten und Vereinsheime in Harsewinkel
betreiben steuerpflichtige, aber nicht angemeldete Spielautomaten. Die
Stadtverwaltung will die Kontrollen fortsetzen, hat bei einer
Beschlagnahmung im Juni aber Einbrecher auf den Plan gerufen. | © picture alliance / dpa

Harsewinkel Beschlagnahmte Spielautomaten: Bauhof-Einbruch bleibt ungeklärt

Beschlagnahmte Spielautomaten wurden geplündert

Stefan Boes

Harsewinkel. Die Täter, die im Juni in den städtischen Bauhof eingebrochen sind und mehrere dort abgestellte Spielautomaten geplündert haben, kommen ungestraft davon. Wie die Staatsanwaltschaft in Bielefeld auf Nachfrage mitteilte, wurde das Verfahren eingestellt. Es konnte kein Täter ermittelt werden, sagte Staatsanwältin Stefanie Lange. Nach NW-Informationen hat es jedoch deutliche Hinweise auf die mutmaßlichen Täter gegeben. Der Einbruch hat sich am 27. Juni ereignet und zwar nachts, nur Stunden, nachdem die Spielautomaten von Polizei und Ordnungsamt in Vereinsräumen in der Innenstadt beschlagnahmt und danach am Bauhof abgestellt worden waren (die NW berichtete). Die Täter haben sich also mutmaßlich gezielt auf den Weg zum Bauhof gemacht, sind zuvor womöglich hinter den Mitarbeitern des Ordnungsamtes hergefahren, um die Unterbringung zu beobachten und die Geräte später auszuräumen. Nach Angaben der Polizei haben der oder die Täter die Tür zum hinteren Gebäudeteil des Bauhofs aufgehebelt, um zu den Automaten zu gelangen. Die Tatsache, dass die Einbrecher von der Beschlagnahmung und der Unterbringung der Geräte am Bauhof gewusst haben müssen, hat den Ermittlern letztendlich aber nicht geholfen. Wie hoch die Summe des gestohlenen Bargelds ist, wollte die Polizei nicht mitteilen. Ebenso unklar ist, wer für den Verlust aufkommt. Schaden davon getragen hat auch der Bauhof, nachdem die Täter sich gewaltsam Zugang zu den Räumen verschafft und dabei Türen beschädigt haben. Die Stadt hat Spielsalons seit einiger Zeit wieder stärker ins Visier genommen. Mehrere Gaststätten und Vereinsräume in Harsewinkel betreiben unangemeldete Spielautomaten, ohne dafür Steuern zu zahlen. Welche Summen der städtischen Haushaltskasse dadurch entgehen, dazu konnte die Stadt gestern keine Angaben machen. Michael Bergholz von der städtischen Ordnungsabteilung bestätigte aber, dass die Kontrollen bei den Spielautomatenbetreibern noch im Gange sind. "Das ist ein laufender Prozess", sagte Bergholz. Es seien mehrere, nicht regulär angemeldete Spielautomaten sichergestellt worden. Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide hatte im September auf Nachfrage mitgeteilt, dass die Stadtverwaltung Hinweisen zu nicht angemeldeten und steuerpflichtigen Geldspielgeräten nachgegangen sei. Aufgrund der laufenden Verfahren werde über das Ergebnis der Kontrollen nicht berichtet. Nicht registrierte Geldspielgeräte würden von der Stadtverwaltung eingezogen und ausgelesen. Neben der Steuernachzahlung würden im Einzelfall auch Bußgelder fällig, sagte Amsbeck-Dopheide. Ein aktueller "Sachstand zu Glücksspielkontrollen" wird nächste Woche im nicht-öffentlichen Teil der Ratssitzung gegeben. Informationen zu dem Einbruchsdiebstahl am Bauhof, der sich im Juni infolge der Beschlagnahmung der Spielautomaten in der Innenstadt ereignet hat, waren zunächst nicht von der Polizei bekanntgegeben worden.

realisiert durch evolver group