Geschlossen: Das Freibad liegt zur Zeit verlassen da. 55 Jahre alt ist das Bad und es wurde nie umfassend saniert. Das wird sich nach der nächsten Saison ändern, dann rücken die Bagger an. Jetzt ist klar, dass alle Fördermittel ausgeschöpft werden sollen. - © Stefan Boes
Geschlossen: Das Freibad liegt zur Zeit verlassen da. 55 Jahre alt ist das Bad und es wurde nie umfassend saniert. Das wird sich nach der nächsten Saison ändern, dann rücken die Bagger an. Jetzt ist klar, dass alle Fördermittel ausgeschöpft werden sollen. | © Stefan Boes

Harsewinkel Harsewinkeler Freibad bekommt mehr Geld für die Sanierung

Die maximale Fördersumme von knapp zwei Millionen Euro soll ausgeschöpft werden

Richard Zelenka

Harsewinkel. Darf es ein bisschen mehr sein? Ja, sagen unisono die Mitglieder des Betriebsausschusses in ihrer Empfehlung an den Rat. Für die Sanierung des Freibades befürworten sie einen Nachschlag von insgesamt 850.00 Euro. Die Modernisierung der betagten Freizeit- und Sportanlage am Prozessionsweg soll nun 3,9 Millionen Euro kosten - veranschlagt waren bisher etwas mehr als drei Millionen Euro. Man hofft, dass sich der Bund zu 45 Prozent, also mit knapp 1,8 Millionen Euro, finanziell an dem Großprojekt aus seinem Programm zur Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Jugend, Sport und Kultur beteiligt. Die Auszahlung des Förderbetrages Euro erfolgt in vier Jahresraten. Der Eigenanteil der Stadt würde sich damit von 1,755 auf 2,14 Millionen Euro erhöhen. Es bleibt bei dem vorgesehenen Fahrplan: Die Freibadsanierung soll im Herbst 2018 beginnen und bis 2020 in mehreren Stufen erfolgen. Wenn alles nach Wunsch läuft, wären sogar einige Extras drin, die bisher nicht im Konzept enthalten waren: So unter anderem die Sanierung des alten Umkleidegebäudes und des Sanitärgebäudes am Planschbecken, die Errichtung eines Matsch- und Trockenspielplatzes, fest installierte Sitzgruppen, Picknickplätze und Schattenspender sowie der Abbruch des alten Kioskgebäudes. Aber auch eine Beregnungsanlage und eine Verbesserung der Infrastruktur auf der Liegefläche sowie weitere Wasserattraktionen könnte man sich dann leisten, gibt sich die Verwaltung in ihrer Stellungnahme zuversichtlich. Für die nächste Sitzung des Fachausschusses wollen die Fachleute aus dem Rathaus eine detaillierte Kostenaufstellung zu den einzelnen Vorhaben vorlegen. "Chapeau, damit beschreiten wir gemeinsam einen guten Weg", frohlockte Rainer Kuhlmann angesichts der aktuellen Entwicklung in Sachen Freibadsanierung. Der CDU-Mann erinnerte daran, dass es seine Fraktion war, die in der Juni-Sitzung des Rates die Frage nach der Möglichkeit der Maximalförderung gestellt hatte. Aber auch die SPD konnte sich damals für diese Idee erwärmen, die nun politischer Konsens ist. Etwas verwundert ob der plötzlichen Freigiebigkeit zeigte sich Stephan Rieping (Grüne). Ausgerechnet die CDU, die stets aufs Sparen gepocht habe, setze sich nun für diese zusätzliche Ausgabe ein. "Damit wird der Haushalt arg strapaziert", sagte Rieping. Aber auch er votierte für den großen Plan. Stadtplaner Reinhard Pawel warnte davor, die Finanzspritze des Bundes für die Sanierung anderer kommunaler Einrichtungen, so etwa des benachbarten, ebenfalls maroden Hallenbades, verwenden zu wollen. "Wir wollen das Freibad sanieren. Dafür gibt es die Fördermittel. Eventuelle Synergieeffekte sind nicht vordergründig." Die Weichen für die Aufstockung des Förderantrages wurden Ende Juli bei einem Koordinierungsgespräch zwischen der Stadt und dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) in Bonn gestellt. Die Verwaltung war mit einer Liste von Wünschen in die Verhandlungen gegangen, deren Umsetzung auf lange Sicht zwar als notwendig erachtet wird, ohne Förderung aber im Moment nicht umsetzbar ist. Die genannte acht Punkte umfassende Zusammenstellung wurde grundsätzlich als Bestandteil in das Sanierungsprojekt aufgenommen. Ob und in welchem Umfang einzelne Maßnahmen letztendlich förderfähig sind, das wird sich nun bei der abschließenden Prüfung des Zuwendungsantrages der Stadt durch das BBSR sowie die Oberfinanzdirektion Münster (OFD) erweisen.

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