In der Diskussion: Im Schuljahr 2019/20 werden voraussichtlich 34 Kinder aus Greffen eingeschult. Einige von ihnen werden die St.-Johannes-Schule wohl nicht besuchen können. Das geht aus einer Antwort der Bezirksregierung auf eine Anfrage der Stadt hervor. - © Stefan Boes
In der Diskussion: Im Schuljahr 2019/20 werden voraussichtlich 34 Kinder aus Greffen eingeschult. Einige von ihnen werden die St.-Johannes-Schule wohl nicht besuchen können. Das geht aus einer Antwort der Bezirksregierung auf eine Anfrage der Stadt hervor. | © Stefan Boes

Harsewinkel Greffener Grundschüler müssen vielleicht bald pendeln

Auf der Tagesordnung des Schulausschusses steht die Entscheidung, dass die St.-Johannes-Schule keine zweite Eingangsklasse erhält

Stefan Boes

Harsewinkel. Im Februar 2016 wurde der Grundschulverbund der Astrid-Lindgren-Schule in Harsewinkel und der St.-Johannes-Schule in Greffen gegründet. Das Ziel: Beide Grundschulstandorte sollen dadurch nachhaltig gesichert werden. Doch nun befürchten Eltern, dass ihre Kinder in Zukunft nicht mehr in Greffen zur Schule gehen können, sondern jeden Morgen zum Hauptstandort in Harsewinkel gefahren werden müssen. Hintergrund ist ein Brief der Bezirksregierung Detmold, der am 6. September in der Stadtverwaltung bei Silvia Lobert eingegangen ist und eine klare Sprache spricht: Obwohl an der St.-Johannes-Grundschule im Jahr 2019 und auch im Jahr 2022 mit deutlich mehr Einschulungen zu rechnen ist, muss die Schule in Greffen einzügig bleiben. Da ein Grundschulverbund immer als eine Schule gilt, ist für die Zahl der Eingangsklassen die Gesamtschülerzahl der Eingangsklassen aller Teilstandorte maßgeblich, lautet die Begründung der Bezirksregierung. Und an beiden Standorten zusammengenommen rechnet die Stadt im Schuljahr 2019/20 mit 75 Anmeldungen, davon 41 für den Standort in Harsewinkel und 34 für den Standort in Greffen. Laut Bezirksregierung darf die Schule bei 75 Anmeldungen drei Eingangsklassen bilden. Das legt die Kommunale Klassenrichtzahl fest, der zufolge die Zahl der im Gebiet eines Schulträgers zu bildenden Eingangsklassen an Grundschulen nicht überschritten werden darf. "Von dieser Vorgabe sieht das Schulgesetz keine Ausnahme vor", schreibt die Bezirksregierung. Eltern aus Greffen wissen, was das bedeuten könnte: Dass ihre sechs Jahre alten Kinder aus ihrem gewohnten Umfeld gerissen werden, an einem nicht vertrauten Ort zur Schule gehen und jeden Morgen dort hingebracht werden müssen, oder aber früh morgens mit dem Bus fahren müssen. Die Befürchtungen gab es bereits bei der Einführung des Grundschulverbundes und jetzt sieht alles danach aus, dass es so kommen wird. Im übernächsten Schuljahr müssten dann fünf Kinder aus Greffen nach Harsewinkel pendeln, während deren Freunde einen kurzen Schulweg zur St.-Johannes-Schule haben. Im Schuljahr 2022/23 die gleiche Situation. Bis auf den letzten Platz besetzt waren die Reihen des Sitzungssaals im Rathaus, wo nun über das Thema diskutiert worden ist. Eine halbe Stunde widmete sich der Schul-, Kultur- und Sportausschuss der Zukunft des Schulverbundes. Pamela Westmeyer (CDU) fand klare Worte: "Das ganze Dorf ist betroffen." Sie richtete einen Vorwurf an die Stadtverwaltung: "Bei der Entscheidung für den Grundschulverbund war uns wichtig, dass kein Kind gefahren werden muss. Es wurde uns nicht der Fall mitgeteilt, dass die Schule nur einzügig fortgeführt wird." Die Prognosen der Schülerzahl seien damals nicht richtig gewesen, so Westmeyer. Silvia Lobert widersprach: "Eine Prognose ist ein grober Richtwert. Es ist aufgeführt worden, dass es passieren kann, dass Kinder fahren müssen." Frühestens 2018, wenn die Schüler angemeldet werden, gebe es gesicherte Schülerzahlen, sagte Lobert. Ähnlich argumentierte Manuel Feuß (SPD): "Der genaue Umfang der Zahlen ist noch nicht abzusehen. Es ist noch nicht die Zeit in Panik zu verfallen. Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide wies darauf hin, dass eine zweite Klasse ohnehin nur dann gebildet werden könne, wenn das Land zusätzliche Lehrer dafür bereitstellt. Die Diskussion endete mit einem Beschluss: Eine Info-Veranstaltung soll anberaumt werden, die Schulleitung, Stadtverwaltung, Schulamt und Eltern zusammenbringt.

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