Freispruch: Das Amtsgericht spricht den Angeklagten im Fall des angeblichen Auto-Betrugs frei. - © Themenbild/Picture Alliance
Freispruch: Das Amtsgericht spricht den Angeklagten im Fall des angeblichen Auto-Betrugs frei. | © Themenbild/Picture Alliance

Harsewinkel Auto-Betrug: Angeklagter wird freigesprochen

Für 10.000 Euro sollte ein Mann für einen anderen ein Auto kaufen - doch der Kauf kam nicht zustande und das Geld brachte der Mittelsmann auch nicht zurück

Rolf Birkholz

Harsewinkel/Gütersloh. Für 10.000 Euro sollte ein Mann für einen anderen ein Auto kaufen. Doch der Kauf kam nicht zustande und das Geld brachte der Mittelsmann auch nicht zurück. Das trug ihm eine Anklage wegen Betrugs ein. Davon sprach ihn jetzt die Strafrichterin im Amtsgericht frei. Am 18. Juni 2014 hatte der Kaufmann dem Angeklagten in Harsewinkel die Summe übergeben, um einen Mercedes der C-Klasse zu kaufen, den der Bekannte in Düsseldorf aufgetan hatte. Der 39-Jährige kam freilich ohne Auto und ohne Geld zurück. Zwei, drei solcher Vermittlungsgeschäfte seien zuvor gutgegangen, meinte der Kaufmann vor Gericht, das vierte platzte dann. Der ihm als Pfand überlassene Wagen des Angeklagten habe sich als minderwertig erwiesen und jedenfalls den Schaden nicht ersetzen können. Whats-App-Gesprächsverlauf gibt Aufschluss Der Angeklagte ließ durch seinen Anwalt erklären, dass er das ihm offerierte Auto tatsächlich habe kaufen wollen. Doch der potenzielle Verkäufer habe für das Fahrzeug in Düsseldorf dann 15.500 Euro verlangt. Ein verlesener Whats-App-Gesprächsverlauf dokumentierte dies. Die 10.000 Euro seien dem Angeklagten aus dem unverschlossenen Handschuhfach seines Autos gestohlen worden, so der Anwalt. Dieser Gesprächsverkehr brachte die Staatsanwältin dazu, den Betrugsverdacht nicht bestätigt zu sehen. Zwar fand sie die Geschichte über das Verschwinden des Kaufgeldes „etwas merkwürdig". Doch sei der Angeklagte glaubwürdiger. Dagegen fand sie den Auftritt des Zeugen etwas „theatralisch" und sah darin eine Belastungstendenz. „Das ist der Hammer", kommentierte dieser halblaut den Antrag auf Freispruch. Der Verteidiger schloss sich diesem an. Ein Vorsatz seines Mandanten sei nicht erwiesen. Der habe sich bereits zivilrechtlich verpflichtet, 8.000 Euro an den Angeklagten zurückzuzahlen.

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