Zahlungsunfähig: Die Bäckerei und Konditorei Buchmann hat einen Insolvenzantrag gestellt, ebenso wie Elektro Heseker und der Maschinenbauer Schäfer. - © Richard Zelenka
Zahlungsunfähig: Die Bäckerei und Konditorei Buchmann hat einen Insolvenzantrag gestellt, ebenso wie Elektro Heseker und der Maschinenbauer Schäfer. | © Richard Zelenka

Harsewinkel Gleich drei insolvente Familienunternehmen in Harsewinkel

Bei der SPD läuten Alarmglocken

Richard Zelenka

Harsewinkel. Die fast gleichzeitigen Insolvenzanträge von drei alt eingesessenen Familienunternehmen (Bäckerei und Konditorei Buchmann, Elektro- und Küchentechnik Heseker sowie Maschinenbauer Schäfer) lassen bei der SPD die Alarmglocken schrillen. Sie fragten im Rathaus nach den Gründen. In der Ratssitzung sagte Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide, der Verwaltung sei nicht bekannt, wie es zu diesen Zahlungsunfähigkeiten gekommen sei, sie dürften aber unterschiedliche Ursachen haben. Die Insolvenzordnung bestimme, dass die jeweiligen Insolvenzverwalter neben der gleichmäßigen Befriedigung der Gläubiger auch den Erhalt der Unternehmen und der Arbeitsplätze im Blick haben müssten. Ein Insolvenzverfahren müsse folglich nicht zwangsläufig mit der Liquidierung des Unternehmens und dem Wegfall der Arbeitsplätze enden. "Möglichkeiten der Einflussnahme durch die Stadt Harsewinkel sehe ich nicht", sagte sie. In Gefahr sind insgesamt fast 150 Arbeitsplätze Alleine bei Buchmann sind es 54 Beschäftigte, die um ihren Arbeitsplatz bangen. Neben dem Firmensitz in Harsewinkel werden Filialen in Marienfeld und Greffen betrieben. Der Familienbetrieb mit Bäckerei, Konditorei und einem Café wurde 1952 von Paul Buchmann am jetzigen Standort gegründet. Sein Sohn Paul Buchmann hat den Betrieb an der Brockhäger Straße 1968 übernommen. 1972 folgte ein Umbau, das Café wurde vergrößert, später wurde noch ein Wintergarten angebaut. Seit 2002 steht der Bäcker und Konditormeister Jörg Buchmann (49) in dritter Generation als Geschäftsführer an der Spitze des Familienunternehmens, das unter anderem für seine feine Pralinenspezialität, die „Harsewinkeler Pferdäpfel", weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt ist. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Gütersloher Rechtsanwalt Dr. Rainer Eckert bestellt. „Der Geschäftsbetrieb geht ungebremst weiter", versicherte gegenüber der NW Simon Kantes, der sich gestern im Auftrag der Gütersloher Kanzlei bei Buchmann einen ersten Überblick über die aktuelle Geschäftslage machte. Verlässliche Angaben dazu, wie bei es bei Buchmann weiter gehe, könnten zum jetzigen Zeitpunkt nicht gemacht werden. Kantes: „Vielleicht findet sich ein Investor". Die Gespräche mit Jörg Buchmann als Geschäftsführer bezeichnete Kantes als „konstruktiv". Die Zukunft der Unternehmen ist 
noch ungewiss Auch bei Heseker ist noch alles in der Schwebe. Hier wurde vom Amtsgericht Dr. Norbert Küpper (Verl) zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt, was auch für die Firma Schäfer gilt, die ebenfalls in wirtschaftliche Turbulenzen geraten ist. Die Zahl der Arbeitsplätze bei Heseker wird mit 48 beziffert. Bei Schäfer sind es 26 Stellen. In beiden Fällen muss sich der Verwalter einen Überblick über die Gründe für die Zahlungsunfähigkeit und die aktuelle Auftragslage verschaffen, bevor konkrete Aussagen über die Zukunft der beiden Firmen gemacht werden können.

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