Rot, gelb und grau: Im roten Holzhaus im Schwesternpark soll eine der beiden neuen Kita-Gruppen untergebracht werden. Wie die anderen drei Gebäude in direkter Nachbarschaft muss es vorher noch umgebaut werden. Im gelben Haus (oben rechts) werden die Kinder essen, im grauen wird die zweite Gruppe untergebracht. - © Nicole Hille-Priebe
Rot, gelb und grau: Im roten Holzhaus im Schwesternpark soll eine der beiden neuen Kita-Gruppen untergebracht werden. Wie die anderen drei Gebäude in direkter Nachbarschaft muss es vorher noch umgebaut werden. Im gelben Haus (oben rechts) werden die Kinder essen, im grauen wird die zweite Gruppe untergebracht. | © Nicole Hille-Priebe

Harsewinkel Aus vier Schwedenhäusern wird eine Kita

Investition: Um die eigentlich für Flüchtlinge gebauten Holzhäuser für die Ansprüche an eine 
Kindertagesstätte fit zu machen, müssen noch einmal 30.000 Euro fließen – pro Haus

Nicole Hille-Priebe

Harsewinkel. Sie sind rot, blau, gelb oder grau und wurden eigentlich in den Schwesternpark gebaut, um Flüchtlinge unterzubringen. Jetzt sollen die Schwedenhäuser so umgestaltet werden, dass sie Platz für zwei Gruppen einer Kindertagesstätte bieten. „Die letzten Besprechungen für den Träger- und Kitavertrag mit der Gesellschaft Kinderzentren Kunterbunt laufen", berichtete Stadtplaner Reinhard Pawel im letzten Haupt- und Finanzausschuss. Weil die Holzhäuser barrierefrei sein müssen, bekommen alle vier eine seitliche Rampe und neue Türen sowie Heizungen. Außerdem fehlt laut Pawel noch ein zweiter Rettungsweg in den Häusern, für den jeweils Wände entfernt werden müssen. Kostenpunkt laut Stadtplaner: 30.000 Euro pro Haus, macht also insgesamt 120.000 Euro. Wenn der Umbau planmäßig in der kommenden Woche beginnt, sieht Pawel gute Chancen, dass die Arbeiten bis zum Start des Kindergartenjahres abgeschlossen sind. Die vier Häuser sollen jeweils unterschiedlichen Zwecken dienen: In zwei der Gebäude entstehen Spiel- und Aufenthaltsräume für beide Gruppen, in einem wird gegessen und eins ist für die Verwaltung und Leitung der Einrichtung reserviert. Der zukünftige Träger mit Hauptsitz in Nürnberg sucht in Harsewinkel bereits pädagogische Fachkräfte. Während auf der einen Seite also offenbar alles läuft, stockt es an anderer Stelle. Die Politiker im Ausschuss reagierten verärgert darauf, dass das Kreisjugendamt den Harsewinkeler Eltern noch immer keine nachträglichen Zusagen für das nächste Kindergartenjahr verschickt hat. Angelika Wensing (CDU) kritisierte, dass viele Eltern noch gar nicht darüber informiert seien, dass mit dem Umbau der Schwedenhäuser zusätzliche Betreuungsplätze geschaffen werden. „Die Kommunikation mit den Eltern hapert", sagte Wensing. „Das Kreisjugendamt stoppt den Zug, den wir hier im Rat auf den Weg gebracht haben." SPD-Fraktionssprecher Reinhard Hemkemeyer stimmte ihr zu: „Das ist ein Treppenwitz."

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