Harsewinkel Keine Zaungäste mehr beim Frauenschwimmen in Harsewinkel

Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide machte sich vor Ort ein Bild

Richard Zelenka

Harsewinkel. "Es war sehr harmonisch, und wir hatten alle viel Spaß miteinander" - so fasste Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide ihre positiven Eindrücke nach ihrem ersten Besuch beim Frauenschwimmen im Hallenbad zusammen. Von unerwünschten Zuschauern, die mit ihren Handys die etwa 30 größtenteils muslimischen Frauen beim Badevergnügen im Schwimmbecken fotografieren oder filmen würden, war jedenfalls keine Spur an diesem Sonntagabend. Das Frauenschwimmen, das seit vielen Jahren im Hallenbad angeboten wird und sich großer Beliebtheit erfreut, sei ohne jegliche Vorkommnisse oder Zwischenfälle verlaufen, so die Bürgermeisterin. Wie berichtete, hatte Fatma Gümüs die Mitglieder des Integrationsrates in der jüngsten Sitzung mit der Vermutung aufgeschreckt, dass sich junge Flüchtlinge zu den Zeiten des Frauenschwimmens eigens vor der großen Fensterfront träfen, um die Teilnehmerinnen zu beobachten (wir berichteten). An dem fraglichen Abend hätten sich die Frauen durch die Zaungäste erheblich gestört gefühlt - das Becken hätte sich innerhalb kürzester Zeit geleert, so Fatma Gümüs, die als Badegast selbst dabei war. Sie räumte aber ein, dass es durchaus sein könne, dass die Männergruppe sich am Hallenbad nur versammelt hätte, um das freie WLAN dort zu nutzen. Die Bürgermeisterin, die regelmäßig ihr Schwimmtraining im Hallenbad absolviert, versprach vor dem Integrationsrat, sich persönlich um die Sache zu kümmern. Das tat sie dann auch. Am Sonntag schaute sie sich zunächst das Umfeld des Hallenbades - und vor allem den Bereich vor der Fensterfront - genau an. "Es war niemand da, auch vor dem Eingang nicht", sagte sie. Auch beim anschließenden Badespaß habe sie immer wieder ihre Schwimmbrille abgesetzt und zur Glasfront geschaut, es habe sich aber niemand draußen aufgehalten. Sie habe bei gedimmtem Licht mit den Frauen Tauchen und Kopfsprung geübt, alle seien mit Spaß und Eifer dabei gewesen, so ihr Resümee. Amsbeck-Dopheide: "Das Frauenschwimmen ist ein wichtiges Angebot, das man nicht ohne Not in Frage stellen sollte."

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