Erweiterung geplant: Uwe de Weerd und Thomas Maruschke (v. l.), die beiden Geschäftsführer von Windau in Harsewinkel, erklären, wo der Wurst- und Schinkenspezialist demnächst einen Anbau errichten wird. - © Robert Becker
Erweiterung geplant: Uwe de Weerd und Thomas Maruschke (v. l.), die beiden Geschäftsführer von Windau in Harsewinkel, erklären, wo der Wurst- und Schinkenspezialist demnächst einen Anbau errichten wird. | © Robert Becker

Harsewinkel Windau investiert 12 bis 15 Millionen Euro

Der Wurst- und Schinkenspezialist will seinen Firmensitz erweitern

Robert Becker

Harsewinkel. Das Okay des Harsewinkeler Rates für seine Umbaupläne hat die Firma Windau bereits bekommen. Der Harsewinkeler Wurst- und Schinkenspezialist will den 2006 bezogenen Sitz in der Rudolf-Diesel-Straße in Richtung Kreisel der Brockhäger Straße erweitern. Geplant sind mehrere Ausbauschritte. Bereits im August wurden die technischen Büros um eine Etage aufgestockt. Die Technik zieht künftig nach oben, darunter werden die neuen Sozialräume angelegt. In diesem Jahr will Windau 4,5 Millionen Euro in die Umbauten investieren. Wenn bis 2017 alle geplanten Erweiterungen umgesetzt sind, wird die Gesamtinvestition zwischen 12 und 15 Millionen Euro betragen. Vor einem Jahr fiel der gedankliche Startschuss für das Erweiterungsprojekt, das intern als "Windau 3.0" bezeichnet wird. "Wir bauen die Struktur auf, wenn Bedarf da ist", sagt Thomas Maruschke (56), Geschäftsführer für Marketing und Vertrieb. Maruschke stieg 2002 zusammen mit Uwe de Weerd (47), dem Geschäftsführer für die Produktion, bei Windau ein. Unternehmensgründer Clemens Hilker (87) startete damals gerade die Planungen, den Betrieb aus der Harsewinkeler Innenstadt ins Gewerbegebiet zu verlegen. Über 20.000 Quadratmeter Hallenfläche verfügt Windau in dem 2006 bezogenen Neubau. Weitere 5.000 sollen auf dem 50.000 Quadratmeter großen Grundstück hinzukommen. Neben der Erweiterung von Sozialräumen steht aktuell auch der Bau von neuen Reife- und Rauchanlagen an. Erweiterungen in den Einheiten Verpackung und Versand sollen bis 2017 erfolgen. "Wir brauchen Platz", sagt Maruschke. Das Unternehmen arbeite bereits jetzt mit 250 Mitarbeitern an der Leistungsgrenze. Zwei- und Dreischichtbetrieb sind je nach Abteilung obligatorisch. An 36 Wochenenden wurde mit Sondergenehmigung gearbeitet. Ab 4 Uhr morgens rauschen die ersten Lkw mit dem Basismaterial an, und ab 14 Uhr läuft bis zum Abend der Versand der frisch verpackten Ware. In einer U-Form ist der Produktionsprozess angeordnet. Der Grund für die gute Entwicklung? "Wir sind nicht die Größten, aber was Innovation, gepaart mit Geschmack, angeht, sind wir vorn", sagt Thomas Maruschke. Windau setze vor allem auf individuelle Produkte, erklärt Thomas Maruschke. Gab es früher eine oder zwei Salami-Varianten, so könne der Kunde heute zwischen fünf Salamisorten wählen. In 2.500 Geschäften in 23 Ländern werden die Wurst- und Schinkenwaren der Harsewinkeler inzwischen angeboten, darunter bei Aldi, Lidl oder der Bünting-Gruppe (Jibi, Minipreis). Der Schwerpunkt liegt im Inlandsgeschäft. Wachstum verspricht sich Maruschke aber auch im Ausland, wo er den Anteil von 30 auf langfristig 50 Prozent steigern möchte. England, Skandinavien und Frankreich seien die besonders interessanten Märkte für Windau. Wenn am 10. Oktober die Fachmesse Anuga in Köln beginnt, ist Windau mit ganz neuen Produkten vertreten. Im Frühjahr fiel die Entscheidung, auch vegetarische oder vegane Wurst zu produzieren. "Rügenwalder war für uns der Eisbrecher", sagt Thomas Maruschke. Nach drei Monaten Vorlauf gelangte die auf Eiweißbasis von Eiern und Erbsen (vegan) hergestellte Wurst in den Handel. "Inzwischen sind wir in 2.000 Läden gelistet", freute sich Marketing-Mann Maruschke über den Vertriebserfolg. Er sieht sich hinter Rügenwalder mit diesen Produkten als Nummer zwei in Deutschland. Für dieses Jahr wird bereits ein Umsatzanteil von fünf Prozent vegetarisch/veganen Produkten erwartet. 2016 soll dieser Anteil auf zehn Prozent wachsen. "Wir müssen in Bewegung bleiben. Neugierig, risikobereit und erfinderisch sein", beschreibt Maruschke den Zustand des Harsewinkeler Wurstwarenspezialisten. Nischen zu finden, Mut zu neuen Märkten zu haben und Partnerschaften einzugehen, nennt er als Herausforderung. Die Produktzyklen hätten sich enorm verkürzt, sagt Maruschke. Mitarbeiter aus 27 Nationalitäten arbeiten im Betrieb. "Alle verstehen sich gut", erklärt Produktionsleiter Uwe de Weerd.

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