Gut besucht: Etwa 150 Bürger verfolgten in der Aula des Gymnasiums die Bürgerversammlung zur Änderung des Flächennutzungsplanes für Windkraftanlagen. - © Joe Cubick
Gut besucht: Etwa 150 Bürger verfolgten in der Aula des Gymnasiums die Bürgerversammlung zur Änderung des Flächennutzungsplanes für Windkraftanlagen. | © Joe Cubick

Harsewinkel Gut besuchte Veranstaltung der Stadt zum Thema Windkraft

Regeln gegen den Wildwuchs

Joe Cubick

Harsewinkel. Bei der Windkraft gehe es vor allem darum, die Planungshoheit nicht abzugeben. Deshalb müsse der Flächennutzungsplan geändert werden, wurde am Mittwochabend bei der Bürgerversammlung zum Thema Winkraftanlagen in der gut besetzten Aula des Gymnasiums deutlich. Es gehe bei den Windkraftanlagen nicht um die Frage "Ja oder Nein?". Da habe die Stadt überhaupt keine Wahl, denn die Außenbereiche sind der industriellen und gewerblichen Nutzung vorbehalten, erklärte Dirk Tischmann vom Wiedenbrücker Planungsbüro Tischmann & Schrooten den etwa 150 Bürgern. Denn Bund und Länder fordern von den Kommunen, der Windenergie "substanziellen Raum" zu geben. Die NRW-Regierung gibt das Ziel aus, zwei Prozent der Landesfläche für die Windenergie zu nutzen. Es gehe schlicht um Baurecht, und man dürfe daraus kein "Politikum machen", meinte Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide, die zwischenzeitlich moderierend eingriff. Werde der noch gültige Flächennutzungsplan (FNP) nicht geändert, ständen letztendlich theoretisch 70 Prozent des Stadtgebietes für Windkraftanlagen zur Verfügung. Dabei hätten mögliche Betreiber durchaus gute rechtliche Möglichkeiten, dort auch Rotoren aufzustellen, verdeutlichte Bernhard Bußwinkel vom Kreis Gütersloh, der für das Genehmigungsverfahren zuständig ist. Es geht also nicht um die Frage, ob "die Spargel ins Landschaftsbild passen", wie ein Jäger anmerkte, der gern Landesumweltminister Johannes Remmel "hier gesehen hätte". Oder auch nicht darum, erst eine Initiative Bürgerwindpark zu gründen und dann zu planen, wie Torsten Götker einwarf. Der Vorentwurf sieht eine "Flächenkulisse" von 1.057 Hektar vor, etwa zehn Prozent des Stadtgebietes. Dagegen können bis zum 2. Oktober "alle Bürger Einwände vorbringen", wie die Bürgermeisterin ausdrücklich betonte, also nicht nur Harsewinkeler. Das alles sei "kein Wunschkonzert", die "Rechtssprechung ist knallhart", betonte Bußwinkel und empfahl, "verdeutlichen Sie ihre persönliche Betroffenheit". Ein "belastbarer Flächennutzungsplan" könne in etwa eineinhalb Jahren vorliegen, mutmaßte Tischmann auf eine entsprechende Frage.

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