Die Volksbank Ostmünsterland schließt sich mit der Volksbank Warendorf zusammen. - © picture alliance
Die Volksbank Ostmünsterland schließt sich mit der Volksbank Warendorf zusammen. | © picture alliance

Harsewinkel Volksbank Ostmünsterland stimmt für Zusammenschluss mit Volksbank Warendorf

Burkhard Hoeltzenbein

Harsewinkel. Der Weg zur Verschmelzung der Volksbank im Ostmünsterland eG mit der Volksbank eG Warendorf ist frei. Die Vertreterversammlung der Volksbank im Ostmünsterland, zu der Harsewinkel gehört, votierte bereits am Montag unter Ausschluss der Öffentlichkeit für die Fusion. In geheimer Abstimmung stimmten die Vertreter der Volksbank im Ostmünsterland mit 81,15 Prozent für die Verschmelzung. An der Versammlung im Hotel Poppenborg in Harsewinkel nahmen etwa 170 Gäste, davon 122 Stimmberechtigte , teil. In einer von der Volksbank gestern verbreiteten Pressemitteilung wird verkündet, dass auch die Vertreter der Volksbank Warendorf am Dienstag in Ahlen für den Zusammenschluss zum 1. Januar 2019 votiert hätten. Vier Vorstände werden die Geschicke der neuen Bank leiten Übernehmendes Institut ist die Volksbank Warendorf. Die ist mit 1,5 Milliarden Euro etwa dreimal so groß wie die Volksbank im Ostmünsterland mit 522 Mio. Bilanzsumme. Mit der Verschmelzung entsteht eine Volksbank mit etwa 350 Mitarbeitern und einer Bilanzsumme von mehr als zwei Milliarden Euro. Die Geschicke der neuen Bank werden die Vorstände Rolf Weishaupt, Martin Weber, Thomas Schmidt und Norbert Eickholt gemeinsam leiten. Rund 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betreuen dann an 19 Standorten in der Region 109.000 Kunden und etwa 60.000 Mitglieder. Hintergrund der Fusion sind, wie beide Banken bereits beim Offenlegen ihrer Absichten im Januar andeuteten, die von der Bankenaufsicht geforderten regulatorischen Anforderungen. Diese könnten in einem größeren Haus effizienter gestaltet und bewältigt werden, hieß es. Der Antrieb hat auch einen strategischen Grund. Bei der Volksbank im Ostmünsterland erreicht Vorstandsmitglied Meinhard Deppe die Altersgrenze zum Ruhestand. Meinhard Deppe hat die Altersgrenze zum Ruhestand erreicht Daher hätten sich Vorstand und Aufsichtsrat entschlossen, den Zusammenschluss mit der Nachbar-Volksbank in Warendorf zu prüfen. Zur Volksbank Ostmünsterland gehören die Filialen Beelen, Lette (Oelde), Clarholz, Greffen, Harsewinkel und Marienfeld. Historisch liegt ein Teil des Geschäftsgebietes ohnehin im Kreis Warendorf. Vor einem Jahr war überraschend das Kooperationsvorhaben der Volksbank Warendorf mit Bielefeld-Gütersloh geplatzt. Daraufhin forcierten beide Volksbanken, die mit dem Geschäftsgebiet unmittelbar in Sassenberg, Warendorf über Beelen bis Oelde aneinander grenzen, die Fusionsvariante. Die Voraussetzungen schaffen beide im ländlichen Raum verankerten Institute auch technisch. Dabei werden Kunden- und Kontenbestände, aber auch die EDV-Systeme und das Online-Banking im Herbst 2019 zusammengeführt. Ab dann wird es eine gemeinsame Bankleitzahl und einen einheitlichen Internetauftritt geben. Im Frühjahr 2019 wird ein neues Bank-IT-System eingeführt. Dies gestalte sich nicht als hinderlich, da beide Banken heute schon im "Altsystem" vergleichsweise einheitlich unterwegs sind. Die Vorstandsmitglieder kennen sich seit Jahren gut. Norbert Eickholt hat in der damaligen Volksbank Oelde-Ennigerloh gelernt und dort etwa zehn Jahre gearbeitet. Beide Seiten betonen im Januar, dass sich für die Mitarbeiter in einem größeren Haus bessere berufliche Entwicklungsmöglichkeiten bieten würden. Es zeichneten sich sinnvolle Ergänzungen durch altersbedingtes Ausscheiden von Mitarbeitern ab. Damit würde die Besetzung vakanter Stellen einfacher geregelt. Aufsichtsratsvorsitzender Dietmar Gerbaulet (Volksbank Ostmünsterland) begrüßte das Zusammenwachsen "zweier gesunder Kreditinstitute zu einer neuen, noch stärkeren Bank". Stephanie Claas für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt Bei den Wahlen zum Aufsichtsrat wurde Stephanie Claas für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt. Albert Haggeney und Walter Heinrich Lüffe stellten sich nicht mehr zur Wahl. Heinrich Große-Heilmann wurde satzungsbedingt aus Altersgründen verabschiedet. Für die Zuwahl zum Aufsichtsrat der neuen Bank wurden Stephanie Claas, Dietmar Gerbaulet und Bertram Hagenkötter nominiert. "Wir haben die gesteckten Ziele erreicht und sind in allen Geschäftsfeldern gewachsen. Das genossenschaftliche Geschäftsmodell ist ungebrochen attraktiv", kommentierte Vorstand Norbert Eickholt die Zahlen für das Geschäftsjahr 2017. Vorstand und Aufsichtsrat erhielten Entlastung.

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