Schneller und transparenter: Ulrike Herget (l.) und Monika Ricke ziehen schon wenige Monate nach dem Start des Kita-Onlineportals "Kivan" eine positive Zwischenbilanz. In einigen Bereichen gibt es indes noch Verbesserungspotenzial.
Schneller und transparenter: Ulrike Herget (l.) und Monika Ricke ziehen schon wenige Monate nach dem Start des Kita-Onlineportals "Kivan" eine positive Zwischenbilanz. In einigen Bereichen gibt es indes noch Verbesserungspotenzial.

Harsewinkel Kita-Anmeldeportal „Kivan“ hat noch einige Macken

Die Eltern nutzen rege das Angebot der Stadt, ihre Kinder in einer Kita oder in der Tagespflege anzumelden. Doch das System hat noch einige Macken

Richard Zelenka

Harsewinkel. Erst Greffen, jetzt Marienfeld. Das Geschrei ist immer groß, wenn irgendwo in der Stadt Kindergartenplätze fehlen. Die Eltern sind sauer, weil sie ohne Vorwarnung eine Absage erhalten, und die Politiker und Verwaltungsfachleute verfallen in hektische Betriebsamkeit. Schadenbegrenzung ist dann angesagt. Anders als der ziemlich berechenbare schulische Bereich ist die Kita-Planung kein einfaches Geschäft. "Es bleibt den Eltern überlassen, ob sie ihre Kinder zur Kita schicken oder nicht. Das macht die Bedarfsermittlung so schwierig", brachte Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide im Schulausschuss das Dilemma auf den Punkt. Doch nun gibt es eine Zauberwaffe gegen die Kita-Unwägbarkeiten. Sie trägt den Namen "Kivan?" und steht für das neue Online-Anmeldeverfahren, das auf der Homepage der Stadt am 1. November an den Start gegangen ist. Das Portal bietet den Eltern die schnelle und unkomplizierte Möglichkeit, den Bedarf für Betreuungsplätze in Kindertageseinrichtungen und in der Kindertagespflege anzumelden. Die Bürgermeisterin ermunterte die Eltern, rege von dem neuen Angebot Gebrauch zu machen. Die Wünsche der Eltern, die bis in das Jahr 2020 hineinreichen können, sollen ein bisschen mehr Verlässlichkeit und Ruhe in das Anmeldeverfahren bringen. In der gleichen Sitzung ging es in die Vollen. Erst vor Kurzem wurde bekannt, dass in Marienfeld kurz- und mittelfristig mehr als 50 Kita-Plätze fehlen, vor allem für die über Dreijährigen. Hektisch wurde nach einer Lösung gesucht. Man fand sie auf dem Gelände des Jugendhauses "Trockendock" an der Bussemasstraße, wo bereits eine Ein-Gruppen-Einrichtung zu Hause ist - dort sollen so bald wie möglich drei neue Gruppen eingerichtet werden. Dafür muss das Jugendhaus weichen, wohin, ist noch nicht bekannt. Im Gespräch ist der obere Stockwerk des Volksbankgebäudes an der Adenauerstraße (wir berichteten). "Kivan" hat die erste Bewährungsprobe bestanden - wenn auch der Start hier und da etwa holprig verlief. "Es ist einiges einfacher und übersichtlicher geworden", lautet die Zwischenbilanz von Monika Ricke vom Schulverwaltungsamt. So entfalle zum Beispiel der regelmäßige Abgleich der Wartelisten mit den einzelnen Kitas. Es sei nicht ganz einfach, die exakten Benutzerzahlen zu beziffern. Nur so viel: Vor dem "Kivan"-Start wurden von der Stadt alle 756 Eltern von Kindern angeschrieben, die ab dem 1. August noch mindestens ein Jahr eine Kita besuchen können. Bis jetzt hätten fast 400 Eltern das Portal genutzt und ihren Bedarf für ihre Sprösslinge in einer Tageseinrichtung oder für die Tagespflege angemeldet. Vereinbarungsgemäß habe man die Eltern nun über eine Zusage oder Absage informiert. Die Macken des Systems wolle man mittelfristig ausmerzen. "Wir brauchen ein Jahr Durchlauf, um das Portal zu optimieren", so Monika Ricke. Die Resonanz der Eltern, die ihre Bedarfsmeldung über PC, Tablet oder Smartphone abgeben könnten, sei überwiegend positiv. Allerdings sei die Ansicht auf dem Smartphone für einige Eltern zu klein, sie hätten deshalb den direkten Kontakt zu der Verwaltung gesucht oder die Hotline in Anspruch genommen. Der Anteil der Eltern, die Unterstützung benötigten, wird mit etwa zehn Prozent angegeben, vor allem wegen Sprachschwierigkeiten und Verständigungsfragen, aber auch, weil kein Zugang zum PC vorhanden ist. Auch von den Kitas ist Positives zu hören, vor allem weil das aufwendige Führen von Wartelisten per Hand entfällt und die Erstellung von individuellen Auswertungen und Statistiken einfacher ist. Weil durch den Abgleich keine Doppelmeldungen mehr möglich sind, ergebe sich für alle Nutzer, Träger, Einrichtungen und Verwaltung "eine deutliche Zeitersparnis", heißt es von der Verwaltung.

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