Der Landmaschinenhersteller Claas ist wieder auf Erfolgskurs. - © picture alliance / Arno Burgi/dpa-Zentralbild/ZB
Der Landmaschinenhersteller Claas ist wieder auf Erfolgskurs. | © picture alliance / Arno Burgi/dpa-Zentralbild/ZB

Harsewinkel/Düsseldorf Landmaschinenhersteller Claas wieder auf Erfolgskurs

Das Unternehmen konnte seinen Umsatz im Geschäftsjahr 2016/17 (30. September) um 3,6 Prozent auf 3,76 Milliarden Euro steigern

Lothar Schmalen

Düsseldorf/Harsewinkel. Nicht einmal seit zwei Monaten steht Hermann Lohbeck (55) an der Spitze des Harsewinkeler Landmaschinenherstellers Claas, und schon kann er gute Zahlen verkünden. Denn Claas ist nach einem Jahr mit Rückschlägen wieder in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Umsatzrekorde in Osteuropa Nach einem Minus von fünf Prozent 2025/16 konnte der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr (30. September) wieder um 3,6 Prozent auf 3,76 Milliarden Euro gesteigert werden. Noch positiver ist die Entwicklung beim Ertrag. Der Jahresüberschuss des Konzerns stieg von spärlichen 37,6 Millionen im vergangenen Geschäftsjahr auf 115,4 Millionen Euro. Für die Überwindung der Delle haben, so erläuterte Lohbeck, zwei Faktoren gesorgt. Erstes hat sich die Ertragslage in der Landwirtschaft nach vierjähriger Krise in diesem Jahr wieder deutlich gebessert, was sich unter anderem an den gestiegenen Weizen-und Milchpreisen ablesen lässt. Außerdem konnte Claas in der Region Osteuropa neue Umsatzrekorde erzielen. In dieser Region, dazu zählen die für Claas erfolgreichen Märkte in Russland, Ukraine und Zentralasien, konnten die Umsätze um 30,7 Prozent auf 921 Millionen Euro gesteigert werden. Stabilisierung auf deutschem Markt Bei den Mähdreschern, Traktoren und Feldhäckslern verzeichnete der Neumaschinenumsatz zweistellige Zuwachsraten, berichtete Lohbeck. In Russland profitiert Claas von seinem Mähdrescher- und Traktorenwerk in Krasnodar. Die dort hergestellten Landmaschinen, die als russische Produkte gelten, werden im Zug der Importsubstitution entsprechend staatlich gefördert. Auf dem deutschen Markt, wo Claas immerhin rund 20 Prozent seiner Umsätze erwirtschaftet, konnte die Entwicklung stabilisiert werden. Nachdem der Umsatz hier im vergangenen Jahr um 11,2 Prozent auf 777,7 Millionen Euro zurückgegangen war, stieg er in 2016/17 wieder leicht um 0,9 Prozent auf 785 Millionen Euro an. Sparprogramm auch in Deutschland Das Ergebnis vor Steuern betrug im Geschäftsjahr 2026/17 184,5 Millionen Euro, das ist fast doppelt so viel wie im Vorjahr (93,5 Millionen Euro). Das bedeutet eine Umsatzrendite von 4,9 Prozent. „Damit liegen wir wieder im akzeptablem Bereich", sagte Lohbeck. Doch zufrieden sei man damit noch nicht. „Wir hatten bei Claas schon einmal Umsatzrenditen von acht oder neun Prozent", fügte der neue Unternehmenschef hinzu. Mittelfristiges Ziel seien sieben Prozent. Zur aktuellen Ergebnisverbesserung hat auch ein Sparprogramm beigetragen, das einen geringfügigen Personalabbau – auch in Deutschland – zur Folge hat. Nach der Eröffnung des neuen Entwicklungszentrums Claas E-Systems in Dissen (Landkreis Osnabrück, 160 Mitarbeiter) vor wenigen Wochen investiert Claas weiter in die heimischen Standorte. Am Stammsitz in Harsewinkel entsteht für 15 Millionen Euro eine neue Test- und Prüfanlage für Komponenten von Mähdreschern, Feldhäckslern und Traktoren. Das Testzentrum, in dem unterschiedlichste Bedingungen, die weltweit bei der Ernte auf dem Feld herrschen, simuliert werden können, soll im September 2018 fertig sein. Außerdem ist für 2018 eine Erweiterung des Ersatzteillagers an der A2 in Hamm geplant. Für das gerade angelaufene Geschäftsjahr rechnet die Konzernleitung in Harsewinkel mit weiter leicht steigenden Umsätzen, aber stabil bleibendem Ergebnis.

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