Gute Arbeit geleistet: Jörg Görges ist für den IT-Service in den Schulen zuständig. In den vergangenen Jahren wurde die Situation deutlich verbessert. - © Richard Zelenka
Gute Arbeit geleistet: Jörg Görges ist für den IT-Service in den Schulen zuständig. In den vergangenen Jahren wurde die Situation deutlich verbessert. | © Richard Zelenka

Harsewinkel Harsewinkel investiert 950.000 Euro für IT-Ausstattung der Schulen

Gutachten: Die Stadt muss bis 2020 fast 950.000 Euro in die IT-Ausstattung ihrer Schulen investieren. Die Experten wissen, wofür das Geld ausgegeben werden muss

Richard Zelenka

Harsewinkel. Noch vor drei Jahren war die IT-Ausstattung in den heimischen Schulen in einem desolaten Zustand. Doch seitdem haben der städtische Administrator Jörg Görges und sein Team eine Herkulesaufgabe gemeistert. Etwa 420 Rechner, 23 Server und 80 Drucker wurden mit Hilfe sachkundiger Helfer ausgetauscht, aktualisiert oder repariert. Damit ist die Stadt bei der Modernisierung und Wartung der IT-Infrastruktur in den Schulen in relativ kurzer Zeit ein gehöriges Stück nach vorn gekommen - und das ohne externe Hilfe, also mit eigenem Personal. Doch die Anstrengungen auf dem Gebiet der modernen Kommunikationstechnologie müssen weitergehen - schon deshalb, weil die IT-Welt einem ständigen Wandel unterworfen ist. Das wurde auch im Schulausschuss deutlich. Dort stellte Wolfgang Richter vom Fachbüro Dr. Garbe & Lexis den Medienentwicklungsplan für die Schulen in Harsewinkel für die Jahre 2016 bis 2020 vor. Am Ende des Planungszeitraums wird die Stadt - über die fünf Jahre verteilt - etwa 950.000 Euro ausgeben müssen, um die IT-Infrastruktur in den Schulen auf dem aktuellen Stand zu halten, lautet das Fazit der Gutachter, die im August 2014 um die Erstellung eines Medienkonzeptes gebeten wurden. Alleine für die Hardware (Rechner, Drucker, Beamer, Fotoapparate) muss die Stadt in diesem Zeitraum voraussichtlich rund 660.000 Euro auf den Tisch legen. Die Ausgaben für die Software werden laut Gutachter bei knapp 60.000 Euro liegen, während die Wartung der IT-Ausstattung mit mehr als 142.000 Euro zu Buche schlägt. Für Server betragen die Investitionskosten rund 50.000 Euro, der WLAN-Ausbau wird auf etwa 30.000 Euro geschätzt. Unter dem Strich müssen bis 2020 jährlich etwa 125.000 Euro für die schulische IT-Infrastruktur ausgegeben werden. Den größten Bedarf (über 50.000 Euro) sehen die Fachleute bei der Gesamtschule vor dem Gymnasium mit jährlich knapp 33.000 Euro. Wolfgang Richter plädierte dafür, im Sinne der Gleichbehandlung die Unterrichtsräume in allen Schulen mit dem identischen Standard auszustatten und EDV-Arbeitsplätze in ausreichender Zahl vorzuhalten. Auf 81 Seiten listet das Büro Dr. Garbe & Lexis in seiner Expertise die rechtlichen Grundlagen der IT-Versorgung in Schulen auf, benennt die Planungsziele und liefert ein detailliertes, nach den einzelnen Schultypen aufgeschlüsseltes Konzept, auf dessen Grundlage die modernen Kommunikationsmittel in den Schulalltag integriert werden sollen. Alleine bei Computern und Laptops sehen Dr. Garbe & Lexis einen Investitionsbedarf von insgesamt 521 Geräten im Wert von 274.000 Euro - 155 davon für die Gesamtschule, 125 für das Gymnasium, 64 für die Kardinal-von-Galen-Schule 54 für die Löwenzahnschule, 43 für die Astrid-Lindgren-Schule, 42 für die Marienschule sowie 38 für die St.-Johannes-Schule. Großer Kostenfaktor in der Aufstellung sind fest installierte Beamer mit Leinwand und Sound: 138 dieser Geräte müssen angeschafft werden, was einer Investition von knapp 235.000 Euro entspricht. Außerdem: 98 neue Drucker, diverse Kameras, Medienwagen und andere Geräte müssen an die Schulen bis 2020 geliefert werden. Beschlossen wurde nichts im Schulausschuss - das komplexe Thema soll zunächst in den Fraktionen weiter diskutiert werden. Doch die Politiker signalisieren bereits ihre Zustimmung zu einer technischen Aufrüstung der Schulen in dem vorgeschlagenen Umfang. "Es ist ein sehr guter Entwurf. Die IT-Ausstattung in den Schulen auf einem hohen Niveau - diesen Anspruch hat Harsewinkel", sagte Karl-Heinz Diederichs (CDU).

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