Halle Pures Party-Vergnügen im Gerry-Weber-Stadion

6.600 Fans feiern Hartmut Engler und Co. in Halle

Pures Party-Vergnügen im Gerry-Weber-Stadion - © Halle
Pures Party-Vergnügen im Gerry-Weber-Stadion | © Halle

Halle. Lena verdankt ihren Namen einer besonderen Vorliebe ihrer Mutter: Silke Niederkrone (40) ist bekennender Fan der Band Pur. Nach einem Konzert vor zwölf Jahren, das sie hochschwanger besuchte, war Silke Niederkrone so begeistert, dass sie sich dafür entschied, ihr Baby nach einem bekannten Lied der Gruppe zu benennen. Und das war "Lena". Ein Lied, zu dem Mutter und Tochter gestern gemeinsam im Haller Gerry-Weber-Stadion tanzten – denn dort holte Pur das von den Fans langersehnte Konzert nach.

Geliebt und gehasst, gelobt und getadelt: Die Band Pur polarisiert die Massen wie einst das braun gebrannte Popmusik-Duo Modern Talking oder der Freundschaftsbänder tragende Schlagersänger Wolfgang Petry. Mit deutschen Melodien, eingängigen Rhythmen und solidem Pop zieht sie die einen in ihren Bann und schlägt gleichzeitig die anderen in die Flucht. Im Innenraum des Gerry-Weber-Stadions aber, vor der Bühne mit dem ausladenden Mittelgang, stehen heute nur ihre wahren Fans.

Information
  • Unter dem Namen "Pur" ist die Band erst seit 1985 bekannt.
  • 1975 startete sie als "Crusade", 1980 benannte sie sich um in "Opus".
  • Die mittlerweile siebenköpfige Band stammt aus Bietigheim-Bissingen in Baden-Württemberg.
  • Zur Besetzung gehören Hartmut Engler, Ingo Reidl, Joe Crawford, Rudi Buttas, Martin Ansel, Martin Stoeck und Cherry Gehring. 
  • Der erfolgreichste Tonträger von Pur ist das Album "Abenteuerland" von 1995, das mehr als zwei Millionen Mal verkauft wurde. (wiki)

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So wie Philipp Buitkamp aus Nordhorn, der den Jungs von Pur ganz nah sein will. Dafür reist er nicht nur nach Halle, sondern auch auf die Insel Zypern. "Die ganze Gruppe ist einfach super", sagt der 24-Jährige. Er gehört in Halle zu einer Minderheit: der der eingefleischten männlichen Pur-Fans. Doch das stört ihn nicht. "Natürlich muss ich mir schon mal blöde Kommentare von meinen Freunden anhören, aber ich sage dann immer: ,Guckt euch die Konzerte an, dann wisst ihr, warum ich so begeistert bin.‘"

Hartmut Engler in Höchstform

Begeistert ist auch Bärbel Keil (46) aus Harsewinkel, die zusammen mit ihrer Schwester nach Halle gekommen ist. Kaum dass die ersten Akkorde erklingen und Pur-Frontmann Hartmut Engler mit seinem typisch breiten Grinsen die Bühne betritt, ist sie ganz in ihrem Element und tanzt, singt, jubelt, klatscht. "Viele Lieder von Pur sprechen mir einfach aus der Seele und machen Mut", meint Bärbel Keil, die seit "vielen, vielen Jahren" Konzerte besucht.

Pur-Sänger Hartmut Engler. - © FOTO: REIMAR OTT
Pur-Sänger Hartmut Engler. | © FOTO: REIMAR OTT

Weil Sänger Hartmut Engler unter einer Stimmbandreizung litt, musste der Tourneeauftakt der Band am 13. Februar kurzerhand abgesagt werden. Doch heute, in Halle, hält die Stimme wieder; Engler läuft zu Höchstform auf. Der 51-Jährige lässt die Anhängerschar klatschen, flüstern, gröhlen, schreien, tanzen – einfach feiern. Und weinen.

Die Mischung macht’s. Auch für Svenja Büscher (33) und Meike Schröder (32) aus Hiddenhausen. Die beiden Freundinnen können fast alle Texte auswendig und genießen die "tolle, familiäre Atmosphäre", wie Svenja Büscher sagt. Sie wartet auf ein ganz besonderes Lied. ",Wenn sie diesen Tango hört‘ ist mein absoluter Favorit", sagt sie. Meike Schröder ergänzt: "Vielleicht hat sie ja Glück und es wird gespielt."

Fans singen im Chor mit

Und Glück hat die Hiddenhausenerin tatsächlich. Nach den ersten Liedern vom aktuellen Album "Schein und Sein" packt Pur nach und nach die alten Hits aus – darunter auch Svenja Büschers Lieblingslied, das Gänsehautstimmung in der Halle verbreitet. Engler singt von einer einsamen alten Frau, die ihren Mann verloren hat. Es bedarf keiner Aufforderung, Engler muss nichts sagen, nichts machen – die 6.600 Fans stehen von ihren Plätzen auf und singen im Chor mit.

Hartmut Engler und seine Kollegen wissen, wie sie das Publikum begeistern, sind sie doch seit mehr als 30 Jahren im Geschäft und absolute Vollblutmusiker. "Seiltänzertraum", "Herzbeben" und "Wenn du da bist" bringen die Halle zum Kochen.

Auch die zwölfjährige Lena gibt sich nun ganz dem Pur-Fieber hin. Gemeinsam mit ihrer Mutter tanzt und singt sie direkt hinter der Absperrung, wo sie die Band ganz aus der Nähe betrachten kann. "Bis jetzt gefällt es mir richtig gut", sagt Lena nach den ersten Liedern. "Hauptsache, sie spielen auch ,Lena‘."


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