Der Umbau beim angeschlagenen Modekonzern Gerry Weber hat im Geschäftsjahr 2016/17 erneut tiefe Spuren in der Bilanz hinterlassen. - © picture alliance / JOKER
Der Umbau beim angeschlagenen Modekonzern Gerry Weber hat im Geschäftsjahr 2016/17 erneut tiefe Spuren in der Bilanz hinterlassen. | © picture alliance / JOKER

Halle Umsatz erneut zurückgegangen: teure Sanierung für Gerry Weber

Der Umsatz ist erneut zurückgegangen. Die Kosten für den Konzernumbau lassen den Gewinn abschmelzen

Halle (dpa/sch). Der Umbau beim angeschlagenen Modekonzern Gerry Weber hat im Geschäftsjahr 2016/17 erneut tiefe Spuren in der Bilanz hinterlassen. Der Umsatz sank nicht zuletzt wegen der Schließung weiterer 68 Geschäfte um 2,2 Prozent auf knapp 881 Millionen Euro, wie Gerry Weber auf Basis vorläufiger Zahlen mitteile. Ausgegangen waren die Haller von einem Rückgang um zwei bis vier Prozent im Vergleich zum Vorjahresumsatz. 68 Filialen geschlossen Vor allem bei den Kernmarken Gerry Weber, Taifun, Samoon und Talkabout, auf die nach wie vor gut drei Viertel der Umsätze entfallen, lief das Geschäft weiter schlecht. Hier brachen die Verkäufe um rund 4,4 Prozent auf knapp 687 Millionen Euro ein (Vorjahr: 718 Millionen Euro). Noch stärker als das Großhandelsgeschäft litt dabei der Verkauf in den eigenen Filialen. 68 Geschäfte hat Gerry Weber im vergangenen Geschäftsjahr geschlossen, im Vorjahr waren es 75 gewesen. Ob weitere Filialen aufgegeben werden, ist noch nicht sicher. Das „Store Portfolio" werde „kontinuierlich analysiert und optimiert". Deutlich besser liefen die Geschäfte in der auf jüngere Kundinnen ausgerichteten Tochtergesellschaft Hallhuber. Sie steigerte ihre Umsätze um rund 22 Prozent auf 194 Millionen Euro. Die beiden Marken Gerry Weber und Hallhuber seien „nicht vergleichbar", erklärt Sprecherin Cornelia Brüning-Harbrecht. Während Gerry Weber sowohl im ausgesuchten Facheinzelhandel seine Kollektionen verkaufe, als auch über eigene Geschäfte und Verkaufsflächen, umfassten die Hallhuber-Stores nur eigene Stores. Es werde eine andere Zielgruppe angesprochen, der „Produktlebenszyklus" sei ein anderer als bei Gerry Weber. Sparprogramm kostet 9,6 Millionen Euro Das operative Konzernergebnis (Ebit) fiel noch einmal geringer aus als im Vorjahr und lag mit 10,3 Millionen Euro am unteren Rand der Erwartungen. Hier habe sich nicht zuletzt bemerkbar gemacht, dass die Kosten für die Filialschließungen höher ausgefallen seien als geplant, hieß es. Begründet wird das mit höheren „Rückbauverpflichtungen und Abschreibungen". Auch Investitionen in die Qualität der Produkte sowie in IT-Infrastruktur und Logistik hätten das Ergebnis belastet. Die Kosten für das Sparprogramm „Fit for Growth" beziffert Gerry Weber jetzt mit 9,6 Millionen Euro. Ursprünglich war der Konzern von Kosten in Höhe von 6 Millionen Euro ausgegangen. Die endgültigen Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr will Gerry Weber am 27. Februar bekanntgeben.

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