Projektentwickler Thomas Knoke (r.) und Moderator Norbert Morkes freuen sich über den Nahversorger in Pavenstädt. - © FOTO: ROBERT BECKER
Projektentwickler Thomas Knoke (r.) und Moderator Norbert Morkes freuen sich über den Nahversorger in Pavenstädt. | © FOTO: ROBERT BECKER

Gütersloh Lidl eröffnet im Dezember 2014

120 Interessenten bei der Bürgerversammlung Pavenstädt / Hohes Interesse am neuen Baugebiet

Gütersloh. „Der Supermarkt kommt, Hand drauf.“ Moderator Nobby Morkes rang auf der Info-Veranstaltung des „Initiativkreises Pavenstädt“ am Mittwoch dem Vertreter des Projektentwicklers, Thomas Knoke, einen vorläufigen Termin ab für die Eröffnung eines seit 2008 im Stadtteil geforderten Nahversorgers.
„Zum Weihnachtsgeschäft 2014 möchten wir eröffnen“, versprach Knoke.

Aktuell hat Knoke mit dem Lidl-Konzern bereits einen Mietvertrag geschlossen und ein Grundstück hinter der Kreisverwaltung erworben. Derzeit befindet sich der von ihm vertretene Projektentwickler „Ratisbona“ in der Bauantragsplanung. Ratisbona sei der Ursprungsname für Regensburg, wo das Büro seinen Hauptsitz hat, stellte Knoke seinen Arbeitgeber vor. Der Projektleiter war extra aus Erfurt angereist, um die 120 Besucher in der Aula der Anne-Frank-Gesamtschule zu informieren.

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Ratisbona baut Märkte in ganz Europa, neben Lidl unter anderem auch für Rewe, Aldi und Edeka. Thomas Knoke unterstrich, auch mit anderen Betreibern verhandelt zu haben. Dass nun Lidl der kommende Nahversorger sei, wurde in einer Wortmeldung aus dem Publikum negativ gesehen. Knoke verteidigte die Entscheidung. Mit 1.286 Quadratmetern Verkaufsfläche entstünde „kein Standard-Lidl“, sondern ein Markt mit etwa 2.000 Artikeln. Die Architektur mit einer Flachdachkonstruktion sei ansprechend. Etwa 75 bis 80 Parkplätze sind geplant, 20 Zentimeter breiter als die normal üblichen 2,50 Meter. Damit werde dem Trend zum Geländewagen Rechnung getragen, so Knoke. Besonderer Clou: Das Gebäude bekommt eine Fußbodenheizung in die Bodenplatte, die über einen Wärmetauscher aus der Abluft der Kühlgeräte gespeist wird. Knoke: „Wir verbrauchen null Heizenergie.“

Ausführliche Informationen zum Baugebiet „Auf dem Stempel“ lieferte SKW-Geschäftsführer Ansgar Stahl. „Förmlich überrannt“ fühlte sich Stahl von der Nachfrage vieler Bauwilliger. „Der Wunsch nach einer eigenen Scholle ist offensichtich groß“, stellte er fest. In dem Gebiet zwischen Thomas-Morus-Straße und Pavenstädter Weg entstehen demnächst 6 Doppel- und 15 Einfamilienhäuser in einer „Klimaschutzsiedlung“, für die eine besonders energiesparende Bauweise vorgesehen ist. Fünf weitere Doppel und 13 Einfamilienhäuser werden im KfW-70-Standard errichtet. Zwei Reihenhaus-Riegel mit insgesamt 16 Einheiten werden entlang der neu entstehenden Friedrich-Greve-Straße, kopfseitig zur Heilig-Geist-Kirche gebaut. Gegenüber der Kirche ist eine befestigte Freifläche vorgesehen. Zum Teil sind die Bauten an Bauträger (Splietker, Krähenhorst Mastholte, Krähenhorst Langenberg) vergeben.

„2014 wird es eine aktive Bautätigkeit dort geben“ versprach Stahl. Die Bauanträge sind gestellt. Aktuell wird ein Musterhaus mit allerlei technischen Finessen (u.a. Heizungssteuerung per Smartphone) errichtet. Die zwischen 250 qm (Reihenhaus) und 580 qm großen Grundstücke hat die SKW für 210 Euro pro Quadratmeter veräußert, sagte Stahl. Vorgesehen sind dazwischen Grünflächen, Regenwasserversickerung und Überflutungsbereiche.

Kritik aus dem Publikum, dass kaum Parkplätze für Besucher vorgesehen seien oder die Zufahrtsstraßen zu eng sein könnten, konnten Stahl und Moderator Morkes zerstreuen. Das werde von der Verwaltung geprüft. „Wir haben hier schließlich einen Bebauungsplan“, unterstrich Morkes. Der regte zum Abschluss des 18. Info-Gesprächs seines Stadtteils noch einen Austausch übers „Rasen“ auf dem Pavenstädter Weg an. „Vielleicht sollten wir unseren 2007 abgelehnten Antrag jetzt noch einmal einbringen“, überlegte Morkes laut.

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