Gütersloh Sehnen dehnen für große Sprünge

Stelldichein der Parkour-Traceure an der Janusz-Korczak-Gesamtschule

VON HENRIK MARTINSCHLEDDE
Beim Parkour-Camp ist schon das Aufwärmtraining eine anstrengende Sache.      - © FOTO: HENRIK MARTINSCHLEDDE
Beim Parkour-Camp ist schon das Aufwärmtraining eine anstrengende Sache.      | © FOTO: HENRIK MARTINSCHLEDDE

Gütersloh. Die meisten Menschen gehen Hindernissen- "zumindest im direkten Sinne - aus dem Weg. Traceure sind da anders: Sie lieben es kurz. Egal ob Autos, Steinblöcke oder Geländer. Drüberweg ist besser als drumherum. Dass dazu eine gehörige Portion Fitness und Körperbeherrschung gehört, war am Wochenende bei der fünften Auflage des Gütersloher Parkour-Camps an der Janusz-Korczak-Gesamtschule auf beeindruckende Weise zu sehen.

Parkour ist nämlich die Sportart der Traceure und stammt aus Frankreich. Neue Tricks lernen, alte verfeinern, neue Freunde treffen und das alles in einer entspannten, lockeren Atmosphäre, das stand für die rund 200 Teilnehmer aus ganz Deutschland und der Schweiz an den drei Tagen im Mittelpunkt.

Dafür hatten Claus-Peter Mosner und sein 50-köpfiges Team von der städtischen Jugend-Arbeit auf dem Schulhof so einiges aufgebaut, was das Herz des Traceurs höher schlagen lässt. Baumstämme, Baugerüste, einen schrottreifen Opel Corsa und meterhohe Holzkisten. "Du musst halt gucken, wie du möglichst elegant von einer zur anderen kommst", kommentierte Tim Klaas aus Hardemarsch in Schleswig-Holstein seinen Zwei-Meter-Sprung in luftiger Höhe von Kasten zu Kasten. Als Kunstturner bringt der 18-Jährige natürlich die besten Voraussetzungen für den Sport mit.

"Im Endeffekt ist Parkour total frei. Man kann sich die Übungen frei nach Gusto zusammenstellen. Das macht richtig Spaß", sind sich die beiden Gütersloher Frederik Becker und Mikel Doits einig, während sie im Planschbecken erstmal eine Abkühlung nehmen. "So heiß wie dieses Mal war es noch bei keinem Camp. Wasser ist hier in Unmengen weg gegangen", schilderte Mosner. Selbst das schwere Gewitter am Samstagnachmittag fiel da nicht großartig ins Gewicht: "Es hat zwar drei oder vier Zelte weggefegt, aber irgendwie war es eher eine willkommene Abkühlung."

Angesichts des kleinen Jubiläums "Fünf Jahre Parkour-Camp Gütersloh" hatten sich Mosner und seine Helfer ein paar kleine Überraschungen einfallen lassen. Dazu gehörten der Auftritt der Band "Schafe & Wölfe" am Freitag, ein großes Feuerwerk am Samstag und ein Capoeira-Workshop und ein Mitmachkurs des Sportwissenschafts-Studenten Maxim Torgasin, der den Traceuren zeigte, wie sie Verspannungen und Überdehnungen schnell selbst lindern.

Das kommt beim Parkour nämlich schnell schon mal vor. "Nach so einem Wochenende bist du einfach fix und fertig", sagte Tim Klaas, bevor er sich wieder auf dem Weg nach Schleswig-Holstein macht.

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