Gütersloh Münsteraner starb bei Probefahrt mit Traktor

Unfall auf dem Claas-Testgelände in Herzebrock

Das Korntankauslaufrohr des Mähdreschers bohrt sich durch das Führerhaus des Traktorgiganten. Mit Leitern und einer improvisierten Hebebühne versuchen die Feuerwehrleute die beiden Landmaschinen voneinander zu trennen. - © FOTO: ANDREAS EICKHOFF
Das Korntankauslaufrohr des Mähdreschers bohrt sich durch das Führerhaus des Traktorgiganten. Mit Leitern und einer improvisierten Hebebühne versuchen die Feuerwehrleute die beiden Landmaschinen voneinander zu trennen. | © FOTO: ANDREAS EICKHOFF

Kreis Gütersloh. Tödlich endete für einen 42-jährigen Münsteraner die Probefahrt mit einem Claas-Traktor auf dem Firmentestgelände "Hof Loermann" in Clarholz-Heerde im Kreis Gütersloh. Der Mann fuhr am Freitag um 20.10 Uhr offenbar ungebremst mit einer schweren Erntemaschine auf einen vorausfahrenden Mähdrescher auf. Das seitlich am Mähdrescher vom Typ Lexion 630 montierte Korntankauslaufrohr durchbohrte das Führerhaus des neu entwickelten Traktors – für den Münsteraner kam jede Hilfe zu spät.

Der Mann war nach Polizeiangaben in einer selbstfahrenden Erntemaschine vom Typ Xerion 5000 TRAC VC zusammen mit einem von Claas gestellten Trainer (33) unterwegs, als in einem künstlich angelegten Hügelparcours der vorausfahrende Mähdrescher anhielt und der 42-Jährige offenbar nicht mehr reagieren konnte. Der herbeigeeilte Notarzt aus Harsewinkel konnte nur noch den Tod des Münsteraners feststellen. Der Trainer, der neben dem Opfer saß, blieb unverletzt. 35 geschockte Augenzeugen, Großhändler und Endkunden aus ganz Deutschland, die die Veranstaltung verfolgten und teilweise Augenzeugen des schrecklichen Unfalles wurden, mussten anschließend von der Notfallbegleitung sowie rund zwei Dutzend Mitgliedern des Betreuungsmodules Nord-West betreut werden.

Anzeige

Zunächst waren die Löschzüge Herzebrock und Clarholz alarmiert worden, da gemeldet worden war, der Mann sei in der Kabine eingeklemmt. Die Kriminalpolizei hat ihre Ermittlungen aufgenommen.

"Das ist ein schlimmer Unfall, bei dem ein Mensch sein Leben verloren hat", sagte Claas-Pressesprecher Jörg Huthmann auf Anfrage der Neuen Westfälischen. Uthmann konnte gestern noch keine konkreten Angaben zum Unfall machen, betonte jedoch, dass Claas alles unternehmen werde, um die Polizei bei ihren Ermittlungen zu unterstützen.

Wieso der Claas-Trainer nicht eingreifen konnte und warum Mähdrescher und Traktor so dicht hintereinander über den Parcours fuhren, konnte sich Huthmann gestern noch nicht erklären. "Unsere Mitarbeiter, die vor Ort waren, sind geschockt", sagte Huthmann. Es sei eine "interne Veranstaltung" des Landmaschinenherstellers gewesen", so Huthmann. Für den heutigen Montag kündigte er eine Stellungnahme von Claas an.

Bei dem Unglücksfahrzeug handelt es sich um einen Xerion 5000 mit einem Caterpillar C13-Motor mit 487 PS Leistung. Der Großtraktor wiegt 13,4 Tonnen. Damit ist er der größte und stärkste Traktor aus dem Hause Claas.

In der Ausführung als TRAC VC verfügt der Xerion 5000 über eine auf Knopfdruck drehbare Kabine. Das Modell hat vier gleich große Räder, zwei gelenkte Achsen und ein stufenloses Getriebe. Der Groß-Traktor wurde 2009 erstmals auf der Agritechnica in Hannover vorgestellt und wird seitdem in Harsewinkel produziert.

Anzeige
Anzeige
Anzeige


realisiert durch evolver group