Gütersloh Fehlerhafte Rechnung

Stadtwerke berechnen einem Kunden doppelten Gasverbrauch

Horst Hallmann wunderte sich, dass er 145 Euro nachzahlen sollte. Das Foto, das er an die Rechnung geklammert hat, dokumentiert den Zählerstand beim Ablesen; das macht Hallmann vorsichtshalber immer so. - © FOTO: RAIMUND VORNBÄUMEN
Horst Hallmann wunderte sich, dass er 145 Euro nachzahlen sollte. Das Foto, das er an die Rechnung geklammert hat, dokumentiert den Zählerstand beim Ablesen; das macht Hallmann vorsichtshalber immer so. | © FOTO: RAIMUND VORNBÄUMEN

Gütersloh. Die Stadtwerke Gütersloh (SWG) haben einem Kunden eine fehlerhafte Gasrechnung geschickt. Der Kunde hat den Fehler bemerkt und die Rechnung beanstandet. Die Stadtwerke sprechen von einem "bedauerlichen Einzelfall".

"Bei den zigtausend Rechnungen, die wir jedes Jahr verschicken, kann es passieren, dass sich jemand mal vertippt", sagte SWG-Sprecher Roland Stüwe gestern. Das sei kein böser Wille und auch kein struktureller Fehler. Dem Kunden werde das zuviel abgebuchte Geld selbstverständlich und mit einer Entschuldigung zurückerstattet.

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Es geht um einen Betrag von 145 Euro. Diese Summe sollte der 75-jährige Horst Hallmann nachzahlen. Der Rentner, einst Maschineningenieur und technischer Angestellter bei Wirus, hatte sich über diese Rechnungshöhe gewundert. Er sah sich daraufhin das Schreiben näher an - und stellte fest, dass die Stadtwerke seinen Gasverbrauch doppelt veranschlagt hatten; statt 1.755 Kilowattstunden sollte er 3.510 bezahlen. Von den zuvor vereinbarten Abschlägen war ein solcher Verbrauch natürlich bei weitem nicht gedeckt - daher die Höhe der Restforderung.

"Das herauszufinden, ist auf diesem unübersichtlichen Schreiben voller Zahlen gar nicht so einfach", sagte Hallmann. Er befürchte, dass viele Menschen sich nicht ausreichend Zeit nähmen, um die Stadtwerke-Rechnungen zu überprüfen. "Wer weiß, wieviele Gütersloher schon nichtsahnend zuviel bezahlt haben?"

Auch Stadtwerke-Sprecher Stüwe empfiehlt, Rechnungen, von wem auch immer, stets sorgfältig zu prüfen. Von Pauschalverdächtigungen halte er indes wenig. Stüwe verweist darauf, dass nur ein minimaler Anteil der SWG-Rechnungen Nachfragen auslöse geschweige denn beanstandet werde. Trotz 50.000 Jahresverbrauchsrechnungen und 10.000 Schlussrechnungen im Jahr seien Fehlermeldungen äußerst selten; daraus könne man den Schluss ziehen, dass die Stadtwerke eher besonders sorgfältig im Erstellen der Rechnungen seien. "Das soll kein Kleinreden von Fehlern sein, jeder einzelne ist bedauerlich, aber man sollte doch die Kirche im Dorf lassen."

Schlussrechnungen - solche werden zum Beispiel fällig, wenn der Bewohner auszieht - werden laut Stüwe von Hand in den Computer eingegeben. Das lasse sich nicht mechanisieren. Horst Hallmann hatte seine Schlussrechnung erhalten, weil der Vermieter mit Sanierung des Hauses auf Fernwärme umstellte und einen neuen Wärmemengenzähler installieren ließ.

Dass Hallmann jemand ist, der genau hinschaut, hat er schon vor einigen Jahren bewiesen. Vor sechs Jahren fand er heraus, dass sich etliche der Edelstahlbügel, an denen Radfahrer ihre Drahtesel anketten können, mit einem kräftigen Griff aus dem Boden ziehen lassen. Die Stadt besserte nach.

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