Zum Fleischverzicht an einem Tag der Woche ruft die Projektgruppe Veggietag Gütersloh auf: Martin Husemann, Elke Baumann, Gabi Diekötter (Energiewende), Achim Hertzke, Anne Lehmann (beide BUND), Oliver Groteheide (v. l.) - © FOTO: ROLF BIRKHOLZ
Zum Fleischverzicht an einem Tag der Woche ruft die Projektgruppe Veggietag Gütersloh auf: Martin Husemann, Elke Baumann, Gabi Diekötter (Energiewende), Achim Hertzke, Anne Lehmann (beide BUND), Oliver Groteheide (v. l.) | © FOTO: ROLF BIRKHOLZ

GÜTERSLOH Fleischverzicht fürs Klima

Projektgruppe propagiert vegetarischen Donnerstag

VON ROLF BIRKHOLZ

Gütersloh. Freitags Fisch. Das hatte sich bei Katholiken eingeschliffen. "Donnerstag ist Veggietag", könnte sich nach dem Geschmack der Projektgruppe Veggietag Gütersloh bei allen einbürgern - zugunsten des Klimas, aber auch etwa der Gesundheitsvorsorge. In vielen Städten im In- und Ausland sind solche Tage schon ausgerufen worden. Am Donnerstag, 31. Mai, ist erster Gütersloher Veggietag.

"Wir wissen unheimlich viel über das Klima, aber es ändert sich nicht wirklich etwas", sagt Oliver Groteheide, einer aus der Projektgruppe, die den Tag vorbereitet. Auf dieser Auftaktveranstaltung im Bambi-Kino spricht um 19 Uhr Silke Bott vom Vegetarierbund (VEBU) die Kampagnenleiterin des Veggietages in Deutschland. Groteheide weist auf einen Brief hin, mit dem Paul McCartney und Rajendra Pachauri, der Vorsitzende des Weltklimatages, die weltweite Veggietag-Bewegung unterstützen. Die Fleischproduktion sei für 18 Prozent der Treibhausgase verantwortlich und damit eine der wichtigsten Gründe für den Klimawandel, heißt es dort. Der übermäßige Fleischkonsum führe aber auch zu Wohlstandskrankheiten. Öfters mal das Fleisch beiseite lassen, sei "ein gutes Rezept gegen den Klimawandel" und gesund dazu.

Auch die Gütersloher Aktivisten wollen den Fleischverzehr nicht völlig vermiesen. Aber, so Martin Husemann, seit mehr als 40 Jahren Vegetarier: Muss essen gehen denn immer bedeuten, Fleisch essen gehen? Anne Lehmann vom BUND meint, dass gerade auch in Schulmensen zu viel Fleisch angeboten werde. Wünschenswert sei es hingegen, diese Nahrung wieder als etwas Besonderes genießen zu lernen.

"Das Schöne ist: Wir können es tun", betont Groteheide, wie einfach es sei, schon durch vegetarisches Essen klimafreundlich zu handeln. "Ich kann es direkt tun und sofort umsetzten, ohne zu investieren", pflichtet Gesundheitsberaterin Elke Baumann bei. Und Martin Husemann hat ausgerechnet, dass es klimatisch günstiger sei, nach Bielefeld zu fahren und dort fleischlos zu speisen als sich in Gütersloh ein Steak servieren zu lassen.

Am Gütersloher Veggietag sollen möglichst auch Köche, Restaurantbetreiber, Kantinenwirte und Catering-Firmen dafür gewonnen werden, wenigstens immer donnerstags auch Vegetarisches anzubieten, mit dem Veggie-Logo in der Speisekarte. Schlössen sich mindestens 15 Betriebe der Initiative an, so Groteheide, könne Gütersloh sich auch "Veggie-Stadt" nennen und dies entsprechend werblich nutzen.

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