ACI-Anleger um Geduld gebeten

Dubai-Fonds stecken weiter in der Klemme

Geschäftsführer Uwe Lohmann.
Geschäftsführer Uwe Lohmann.

Gütersloh (ost). Das Gütersloher Finanzunternehmen Alternative Capital Invest hat seine Anleger beschwichtigt. In einer Präsenzveranstaltung im Kleinen Saal der Stadthalle versicherte ihnen ACI-Geschäftsführer Uwe Lohmann, ihr Kapital sei nicht verloren.

"Was wir im Moment brauchen, ist Zeit und Geduld", sagte Lohmann. Von den 5.000 Anlegern, die 73 Millionen Euro in die betroffenen Dubai-Fonds von ACI investierten, waren rund 300 in Gütersloh erschienen. Um es zu keinen Tumulten kommen zu lassen, regelten Sicherheitskräfte den Einlass.

Auch die Polizei war laut Lohmann über die Veranstaltung informiert. "Wir waren auch deswegen in Sorge, weil wiederholt Drohungen gegen uns ausgesprochen wurden." Der 64-Jährige sagte, er habe unlängst Anzeige gegen Unbekannt erstattet; er fühle sich massiv bedroht und verleumdet. Gleiches gelte für die ACI-Vertretung in Wien.

Die Investoren kamen aus allen Teilen Deutschlands. Sie und die Anlagevermittler hatten persönliche Einladungen bekommen.

Anwälte und Medienvertreter waren ausgeschlossen. Lohmann sieht sich nach eigenen Angaben einer Kampagne ausgesetzt: "Die Anwälte verbreiten Lügengeschichten, um bei den Anlegern Ängste zu schüren und sich Mandate zu sichern", ereiferte sich Lohmann.

An diesen, auch über den Internetdienst GoMoPa verbreiteten Gerüchten sei aber nichts dran. Richtig sei allein, dass ACI angesichts der Finanzkrise in Dubai derzeit nicht in der Lage sei, die Ausschüttungstermine für die Fonds II bis V zu halten. Mit diesem Problem stehe ACI nicht allein. Wie berichtet, waren den Anlegern zweistellige Renditen in Aussicht gestellt worden. Kritiker befürchten jedoch, dass diesen Traumrenditen in Wahrheit ein Schneeballsystem zugrunde liegt - die Ausschüttungen für die ersten Fonds seien womöglich mit Gelds aus den Folgefonds vorgenommen worden.

Im NW-Gespräch machte Uwe Lohmann wenig Hoffnung, dass es bald zu einer Ausschüttung komme. "Die Banken in Dubai haben den Geldhahn zugedreht, die Käufer unserer Immobilien können derzeit nicht zahlen." Laut Lohmann werden aus den betroffenen Fonds vier Bauten finanziert - zwei in der "City of Arabia", zwei in der "Business Bay". Erst bei einem stehe das Fundament. Bei zweien fehle noch die Baugenehmigung, beim vierten stehe der Bau kurz bevor. Das Problem: Solange nicht gebaut werde, gingen vom Käufer keine Zahlungen ein, folglich gebe es nichts auszuschütten. "Das ist für uns ein Debakel", sagte Lohmann.

Klagen von Anlegern lägen aber bislang nicht vor. Auch, so Lohmann, werde weder gegen ihn noch gegen seinen Sohn Robin Lohmann ermittelt. "Auch nicht in Dubai."

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