Klaus-Dieter Weiner hatte stets ein Herz für die Altstadt von Rheda. - © ick
Klaus-Dieter Weiner hatte stets ein Herz für die Altstadt von Rheda. | © ick

Rheda-Wiedenbrück Altstadtbürgermeister ist zurückgetreten

Klaus-Dieter Weiner gibt den Vorstandsvorsitz bei den Rhedaer Blaukitteln ab

Christian Dresmann

Rheda-Wiedenbrück. Angekündigt hatte Klaus-Dieter Weiner, seinen Posten als Vorsitzender der Bürgerinitiative Altstadt Rheda 2019 abgeben zu wollen. Jetzt trat er unerwartet zurück – zwei Wochen, nachdem ihn die Jahreshauptversammlung in dem Amt, das er seit zwölf Jahren inne hat, bestätigt hatte. Ein Teil der Führungsriege war dort überraschend ausgetauscht worden. Eine Gruppe aus Altstadtbewohnern hatte den Vorstand mit Ausnahme der Beisitzer Roger Steinbeck und Thomas Kirchberg sowie des Vorsitzenden abgewählt und durch Leute aus ihrem Kreis ersetzt (die NW berichtete). Dieser „Umbruch mit Gewalt", so Weiner, sei aber nur einer der Gründe für seinen Rücktritt. „Es ist die Art und Weise der Zusammenarbeit, die nicht passt", sagt der Mann, dessen Markenzeichen der Strohhut ist. Austrittserklärungen einer Hand voll Aktiver liegen vor Der Altstadtbürgermeister nennt ein Beispiel: Ein Anliegen der Neuen war die Instandsetzung der Lichterketten an den Alstadt-Giebeln. Dafür wurde – ohne Absprache mit ihm und ohne Vorstandsbeschluss – ein örtlicher Elektriker beauftragt. Bezahlt werden sollte das aus Spenden und der Kasse der Bürgerinitiative. „Man kann aber nicht davon ausgehen, dass der Verein zahlt. Das sind Gelder, über deren Verwendung gemeinsam entschieden werden muss", betont Weiner, dass das finanzielle Notpolster nicht einfach angetastet werden dürfe. Wirtschaftlich sei der Verein nicht gerade auf Rosen gebettet. Deshalb habe Weiner stets versucht, den Großteil der Kosten für das Altstadtfest vorab gedeckt zu haben. „Wir müssen immer mit Regen und daraus resultierenden geringeren Einnahmen rechnen." Im September steht das 39. Altstadtfest an. Ob es zustande kommt, bezweifeln der 57-Jährige und ehemalige Vorstände. Schließlich habe man nicht nur Personen, sondern auch viele Erfahrungen zu der Traditionsveranstaltung und ein dichtes Netz hilfreicher Kontakte abgewählt. Der freiwillige Rückzug von der Spitze der Blaukittel ist für Weiner auch mit viel Wehmut verbunden. „Das ist schon schade, aber richtig." Er betont, dass er den Schritt mit langjährigen Weggefährten und Freunden abgewogen habe. Der Rücktritt jetzt sei auch richtig, weil es erst „ab Ostern in die Vollen geht. Jetzt ist eher die ruhigere Zeit der Festplanung." Verein soll schuldenfrei übergeben werden Weiner betont, dass er und die ehemaligen Vorstände mit den Ideen der neuen Gruppe grundsätzlich konform gehen. „Nur die Art der Umsetzung geht nicht", unterstreicht der 57-Jährige sein Missfallen. Ihm ist ein sauberer Schlussstrich wichtig. Er übergebe den Verein schuldenfrei und leite alle künftigen Anfragen zum Altstadtfest an seinen Nachfolger weiter. Über den könnte bei der Vorstandssitzung der Altstädter am Dienstag, 12. Dezember, entschieden werden. Weder daran, noch an anderen Veranstaltungen der Blaukittel werden einige langjährige Mitglieder teilnehmen. Weiner lägen Austrittserklärungen „einer Hand voll Aktiver" vor. Auch Freiwillige der Thekenmannschaften hätten wegen der jüngsten Entwicklungen ihren Rückzug angekündigt. Weiner hofft aber, dass der neue Vorstand den Umbruch bei den Altstädtern erfolgreich gestalten wird.

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