Musste Kritik einstecken: Franz-Josef Füchtenschnieder. - © Ludger Osterkamp
Musste Kritik einstecken: Franz-Josef Füchtenschnieder. | © Ludger Osterkamp

Gütersloh Parkbad: Stadt prüft finanzielle Entlastung

Eine Ausweitung der Öffnungszeiten am Abend kommt weiter nicht in Frage

Ludger Osterkamp

Gütersloh. Zwischen der Stadt Gütersloh und dem Betreiber des Parkbades sind die Wogen vorerst wieder geglättet. In einem moderierten Gespräch, an dem auch Vertreter der Ratsfraktionen teilnahmen, kamen Verwaltung und Franz-Josef Füchtenschnieder überein, nach Modalitäten für den wirtschaftlichen Weiterbetrieb des Bades zu suchen. Eine Ausweitung der Öffnungszeiten, von Füchtenschneider mehrfach gefordert, ist dagegen vom Tisch. Die Rechtslage lasse keine längeren Öffnungszeiten zu, hieß es gestern. Damit müsse sich der Betreiber abfinden, und nichts anderes sei ihm schon beim Abschluss des Pachtvertrages vor zweieinhalb Jahren mitgeteilt worden. Gleiches gelte für die Zahl der Außenveranstaltungen, die ebenfalls limitiert sind. Die einzige Möglichkeit, Füchtenschnieder, dessen Arbeit durchaus geschätzt werde, dennoch entgegen zu kommen, sei auf finanzieller Ebene zu suchen. Die Verwaltung soll der Politik nun Vorschläge unterbreiten, wie die Stadt ihn entlasten kann. Eine Einigung soll möglichst noch vor Ende des Jahres erzielt werden. Im Gegenzug soll Füchtenschnieder unterlassen, öffentlich falsche Behauptungen aufzustellen. Das Gespräch hatte auf neutralem Grund im Holiday Inn und unter Moderation von Birgit Hamels, einer Fachanwältin für Familienrecht und Mediatorin, stattgefunden. Wie es hieß, verlief es konstruktiv. Beide Seiten waren stark vertreten: Die Verwaltung unter anderem mit Baudezernentin Nina Herrling und den Fachbereichsleitern Immobilien (Rainer Venhaus), Ordnung (Thomas Habig) und Recht (Bernd Mombrei), das Parkbad mit Füchtenschnieder und drei Mitstreitern. Hinzu kamen die Fraktionsvertreter, wobei Linke und FDP fernblieben. Aktuell sieht der Pachtvertrag, der bis einschließlich 2021 läuft, eine Monatspacht von 3.000 Euro vor - diesen Betrag einfach zu senken, wäre eine der Möglichkeiten, könnte aber auch mit einem Rechtsrisiko behaftet sein: Andere Bewerber, die sich 2015 vergeblich ums Parkbad bemüht hatten, könnten klagen. Eine andere Möglichkeit wäre, Nebenkosten zu übernehmen - einen Teil der Heizkosten etwa, die Grünpflege oder Müllgebühren. Mit ähnlichen Regelungen kam die Stadt Füchtenschnieder bereits bei der Wasserprüfung und Anlagenwirtschaft (12.000 Euro pro Jahr) sowie den Kosten für Desinfektionsmittel und Wasserbeckenuntersuchungen (13.400 Euro) entgegen.

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