Hoch hinaus: Politiker Raphael Tigges nahm die Einladung des KKC zum Glockenputzen am Rathaus gern an. - © Jens Dünhölter
Hoch hinaus: Politiker Raphael Tigges nahm die Einladung des KKC zum Glockenputzen am Rathaus gern an. | © Jens Dünhölter

Gütersloh Jecken des KKC starten in die neue Session

Renaissance: Der heimische Landtagsabgeordnete Raphael Tigges macht den Spaß ebenso gern mit wie Ex-Bürgermeisterin Maria Unger

Jens Dünhölter

Gütersloh. Der Kattenstrother Karnevals Club (KKC) hat am Samstag mit dem "Glockenputzen am Rathaus" buchstäblich die fünfte Jahreszeit eingeläutet. Mit Hilfe von Raphael Tigges wienerte das amtierende Prinzenpaar Peter Wilde III. und Nina Brüggemann I. zum Start in die hoch spannende Karnevalssaison 2018 - in der der KKC 66-jähriges Bestehen feiert - das Glockenspiel am Haus I mit Staubwedeln auf Hochglanz. Punkt 11.11 Uhr ertönte statt der bekannten Glockentöne eine abgewandelte OWL-Version des Kölner Frohsinn-Schlagers "Wenn et Trömmelche geht . . ." vom Konrad-Adenauer-Platz bis weit in die Innenstadt hinein. Das neue Motto "Alles außer Rand und Band, ganz Gütersloh in Narrenhand" sorgte so trotz zum Teil eisigen Windes für viel Frohsinn und jede Menge lachender Gesichter. Die Idee hinter der Aktion ist schnell erklärt: Damit die Glocken am Gütersloher Rathaus zum Sessionsstart am 11.11. um Punkt 11.11 Uhr ein entsprechendes Karnevalslied spielen können, wurde 2011 das Glockenputzen am Rathaus eingeführt. Vor zwei Jahren schlief die Idee wieder ein. "In der Woche Leute zusammen zu bekommen, ist immer schwer", begründete Sitzungspräsident Jürgen Degener. Auf Initiative der erst im Mai ins Amt gewählten Vorsitzenden Ina Seidel wurde das jungen Brauchtum am Samstag in Kooperation mit der Stadt Gütersloh wiederbelebt. Als Neuerung bekommt das per Feuerwehr-Drehleiter für die Reinigungsaktion in luftiger Höhe gehievte verantwortliche Prinzenpaar jeweils einen Prominenten aus Rat, Verwaltung oder der Gesellschaft in den Drehkorb gestellt. In diesem Jahr fiel die Wahl der Karnevalisten auf Landtags-Mitglied Raphael Tigges. Das CDU-Ratsmitglied hatte sich mit einer "karnevalistischen Grundausstattung", so Tigges, in Form einer Kappe vom Avenwedder Kolpingkarneval, einem Putzwedel von seiner Frau sowie einer Flasche Fuhrmannsschnaps bestens auf die Aktion vorbereitet. Gegen 10.50 Uhr nahmen die selbst ernannten "städtischen Karnevals-Beauftragten" Inge Trame (Gleichstellungsbeauftragte), Hansi Theißmann sowie Susanne Zimmermann und Kathrin Groth (beide Zentrale Öffentlichkeitsarbeit) den am "Brauhaus" gestarteten 50-köpfigen närrische Lindwurm am Rathaus in Empfang. Jürgen Degener freute sich derweil primär darüber, "dass wir die Tradition wieder aufleben lassen dürfen". Dann wurde es Zeit fürs Entstauben der Glocken. Weil in den Feuerwehr-Korb immer nur drei Personen passten, ging es zunächst für Raphael Tigges in Begleitung von Ihrer Lieblichkeit hinauf bis auf 30 Meter Höhe. Den restlichen Belag feudelten in der zweiten Fahrt der Prinzgemahl und KKC-Mitglied Maria Unger weg. Raphael Tigges meldete KKC-Chefin Ina Seidel, den KKC-Alt-Präsidenten, Präsidiums- und Elferratsmitgliedern anschließend pflichtbewusst: "Die Glocken sind sauber und auf Spielfähigkeit überprüft". Obwohl ansonsten ausdrücklich "kein Karussellfahrer", jubilierte auch Prinz Peter Wilde: "Die Schaukelei da oben war gar nicht so schlimm wie angenommen." Richtig Spaß hatte die ehemalige Verwaltungschefin Maria Unger: "Dass ich das noch mal erleben durfte. Als Bürgermeisterin bin ich immer persönlich mit hochgefahren. Es ist toll, das die junge Tradition wieder auflebt". Um 12 Uhr rollte der Schunkel- und Feiertross mit einem fröhlichen "Maschi-Mau - Kattenbuer Helau!" zurück ins "Brauhaus". "Bei dem Wetter ist es da deutlich wärmer", stellte der 3. Vorsitzende Holger Horenkamp zur Begründung fest. Zurück blieben die karnevalistisch eingestimmten Rathaus-Glocken in 30 Metern Höhe.

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