Alltäglich: Stau an der Friedrichsdorfer Hauptkreuzung. - © Rainer Holzkamp
Alltäglich: Stau an der Friedrichsdorfer Hauptkreuzung. | © Rainer Holzkamp

Gütersloh Wieder Gespräche über Ortsumgehung Friedrichsdorf

Basis sollen neue Verkehrszählungen des Bundes sein

Rainer Holzkamp

Gütersloh. Die Stadt Gütersloh will den Gesprächsfaden in Sachen Ortsumgehung Friedrichsdorf wieder aufnehmen. Es beabsichtigt, auf der Basis neuer Daten zur Verkehrsbelastung die weitere Entwicklung mit der Stadt Bielefeld zu erörtern. Dies geht aus einer von Stadtbaurätin Nina Herrling unterzeichneten Vorlage für den Planungsausschuss hervor. Vor zwei Jahren hatten die beiden Nachbarstädte, die über die mögliche Trassenführung der Umgehung im Clinch liegen, vereinbart, eine gemeinsame Datenbasis zu schaffen. Grundlage sollten die Ergebnisse aus der bundesweiten Verkehrszählung 2015 sein. Zudem sollten beide Städte ergänzende Zählungen auf ihrem jeweiligen Gebiet vornehmen. Die Stadt Gütersloh habe dies als zwingend notwendig angesehen, da sich in Friedrichsdorf keine offiziellen Zählstellen des Bundes und des Landes befinden. Laut Verwaltung zeigen die 2015 ermittelten Daten, dass auf der Windelsbleicher Straße und auf der Avenwedder Straße (L 788) aufgrund des neuen Autobahnanschlusses der A 33 erhöhte Verkehrsaufkommen zu verzeichnen sind. Eine Übersicht weist für die Windelsbleicher Straße ein tägliches Aufkommen von 10.533 Fahrzeugen bei einem Schwerlastanteil von 6,6 Prozent auf. Noch stärker ist im weiteren Verlauf die Avenwedder Straße mit 11.205 Fahrzeugen belastet (5,7 Prozent Lkw-Anteil). Auf der Paderborner Straße wurden 6.087 Fahrzeuge (5,4 Prozent Lkw-Anteil) gezählt. Im Zuge der Brackweder Straße (L 791) ist im Vergleich zu der Zeit vor der Eröffnung des Abschnitts der A 33 von der A 2 bis zum Ostwestfalendamm Ende 2012 eine Abnahme des Verkehrs zu verzeichnen. Dort wurden 8.396 Fahrzeuge gezählt. Allerdings liegt hier der Anteil des Lkw-Verkehrs mit 7,4 Prozent vergleichsweise hoch. Manko: Exakte Vergleichswerte wurden in der jetzt vorgelegten Statistik seitens der Verwaltung nicht genannt. Daher ist die Aussagekraft der Zahlen nur schwer zu beurteilen. Möglicherweise plant die Verwaltung, in der Sitzung diese Werte nachzuliefern. Wie berichtet, hatte sich der neue NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst im Sommer vor Ort ein Bild von der Situation in Friedrichsdorf und den Befürwortern der Ortsumgehung Hoffnung gemacht. Allerdings wollte sich der CDU-Politiker wegen fehlender Planungskapazitäten auf keinen Termin für den Baubeginn festlegen lassen.

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