Konservengläser, Weinflaschen und anderer Unrat: An dem Container am Kröningsweg türmte sich das Glas. - © Rainer Holzkamp
Konservengläser, Weinflaschen und anderer Unrat: An dem Container am Kröningsweg türmte sich das Glas. | © Rainer Holzkamp

Gütersloh An diesem Gütersloher Container türmt sich das Altglas

Kröningsweg: Die Erklärung ist einfach, doch es gibt auch ein generelles Problem

Rainer Holzkamp

Gütersloh. Ein bekannter älterer italienischer Fußballtrainer würde vermutlich schimpfen bei dem Anblick: „Flasche leer!" Freilich nicht nur eine Flasche, vielmehr Dutzende ausgetrunkene Behältnisse Merlot und Konsorten, dazu geleerte Einmachgläser Rotkohl und Gurken türmen sich seit Tagen vor den Containern am Kröningsweg am Rand des Parkplatzes Daltropstraße. „Vor ein paar Wochen ist das schon einmal vorgekommen", sagt eine NW-Leserin. Mitunter, berichtet sie, stellten auch umliegende Geschäfte Kartons mit Papierschnipseln daneben vor den Altpapiercontainern am selben Standort ab. Dabei heißt es dort auf einem großen gelben Schild: „Dies ist kein Müllabladeplatz!" Künftig wöchentliche Leerung Allerdings scheint der jüngste Vorfall nur zum Teil Ausdruck eines grundsätzlichen, permanenten Problems zu sein. Denn laut Matthias Maurer, Leiter des städtischen Fachbereichs Stadtreinigung, konnten die Glascontainer am Kröningsweg bei der letzten turnusmäßigen Runde vor zwei Wochen aus einem einfachen Grund nicht geleert werden: Ein Auto war davor geparkt. Und der Versuch, die Container darüber zu heben, wäre zu riskant gewesen. Noch gestern jedoch erfolgt der nächste Versuch. Und am Nachmittag ist von dem Altglasmeer nichts mehr zu sehen. Der von der Stadt beauftragte Recycling-Spezialist Reiling hat klar Schiff gemacht. Immerhin führt die Panne auch zu einer Konsequenz: Die Container dort werden, verspricht Mauer, künftig wöchentlich statt alle 14 Tage geleert. In der Innenstadt gibt es nur wenige Container-Standorte Denn, und das deutet auch auf eine generelle Problematik hin: In der Innenstadt gibt es in Ermangelung geeigneter Flächen nur wenige Container-Standorte. Der nächste liegt, vom Kröningsweg aus gesehen, am Marktplatz. Das bedeutet einen Kilometer Fußweg. Aufgrund der auch sonst recht großen Distanzen wurden laut Maurer in der Innenstadt auch bislang keine Standorte geschlossen. Wie berichtet, erfolgte die Überarbeitung des Containernetzes in den Jahren 2015 und 2016, nachdem die Stadt die blaue Papiertonne eingeführt hatte. Damals entfielen schrittweise nicht nur 40 Standorte für Altpapier, sondern auch 15 weniger genutzte Altglas-Standorte in den Außenbezirken. ´?Derzeit verteilen sich 111 Altglas-Standorte mit 230 Behältern über das Stadtgebiet. Von ehedem 82 Altpapierstandorten wurden 40 (mit 126 Behältern) erhalten – immer dort, wo Anwohner die Papiertonne aus Platzgründen nicht unterbringen können oder das Handling über Kellertreppen zu beschwerlich ist.

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