Von oben: Das Areal an der Verler Straße. - © Jens Reddeker
Von oben: Das Areal an der Verler Straße. | © Jens Reddeker

Gütersloh Militär-Historie: Stadt Gütersloh will Erinnerung wachhalten

Geschichtlich bedeutende Gegenstände werden derzeit zwischengelagert

Ludger Osterkamp

Gütersloh. Die Stadt ist nach dem Abzug der Briten bestrebt, die Erinnerung an den Flughafen und die Geschichte des Militärstandortes Gütersloh aufrechtzuerhalten. Das hat Bürgermeister Henning Schulz in der Sitzung des Hauptausschusses deutlich gemacht. Schulz bezog sich auf eine Anfrage der CDU-Fraktion, wonach es wichtig sei, historisch relevante Einrichtungs- und Ausstattungsgegenstände für Gütersloh zu sichern. Laut einer Stellungnahme der Stadt wird eine "Gesamtschau" angestrebt, eine historische Aufarbeitung und Darstellung der Geschichte beider Kasernenstandorte an der Verler und Marienfelder Straße. Deutsche und Briten, Historiker und Laien, Stadtarchiv und Stadtmuseum: Es sei wünschenswert, möglichst viele Fachkundige zu beteiligen. Die historische Darstellung müsse die Jahre des Nationalsozialismus ebenso erfassen wie die Jahrzehnte der Nutzung durch die Royal Air Force und das britische Heer. Thema Denkmalschutz im Gespräch Kulturdezernent Andreas Kimpel verwies auf das Thema "Erinnerungskultur"; es sei Teil des Kulturentwicklungsplanes. Auch Baudezernentin Nina Herrling sagte, die Stadt habe das Thema im Blick. Mit Bezug auf den Denkmalschutz verwiesen sie und Schulz auch darauf, dass die Zuständigkeit für die Bundesimmobilie derzeit bei der Bezirksregierung Detmold liege und die Stadt den Prozess aktiv begleite - stets in Abstimmung mit der BImA als Eigentümerin der Flächen. Schon jetzt für einzelne Gebäude Denkmalschutz zu beantragen - wie von der CDU als Prüfoption vorgebracht - davon riet Schulz ab: Man könnte sich Entwicklungschancen blockieren. Nicht weiter diskutiert wurde dagegen über die Frage, ob auf dem alten Flughafengelände Räume für eine Erinnerungsstätte genutzt werden können. Befürchtungen, bei der Auflösung des Flughafens und dem Abzug der Armee seien bedeutsame Dinge verloren gegangen, trat die Stadt entgegen: Die Gegenstände seien bei einem ehemaligen Offizier "zwischengelagert". Dazu zählten auch jene aus dem historisch möglicherweise besonders relevanten "Göring-Zimmer" im Turm des Offizierskasinos. Zwischen den Briten und der BImA sei Absprache gewesen, die Gebäude besenrein zu übergeben, insofern sei dieses Vorgehen absolut korrekt.

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