Soll erhalten bleiben: Die Grünfläche neben der Volkshochschule wird voraussichtlich kein Parkplatz. - © Andreas Frücht
Soll erhalten bleiben: Die Grünfläche neben der Volkshochschule wird voraussichtlich kein Parkplatz. | © Andreas Frücht

Gütersloh Baumbestand wichtiger als Stellplätze für syrisch-orthodoxe Kirche

Planungsausschuss: Um den Parkdruck rund um die St.-Stephanus-Kirche an der Hohenzollernstraße zu lindern, wollte die Gemeinde eine benachbarte Grünfläche in einen Parkplatz umwandeln. Die Verwaltung lehnt das Vorhaben jedoch ab

Ludger Osterkamp

Gütersloh. Bis zu 1.200 Besucher kommen zu Festen oder an Feiertagen in die syrisch-orthodoxe St. Stephanus-Kirche an der Hohenzollernstraße - das stellt die Gemeinde vor ein Parkplatz-Problem. Doch ihrem Wunsch, zum Parken die Grünfläche an der Hohenzollernstraße/Ecke Vennstraße zu nutzen, will die Stadtverwaltung nicht entsprechen. Die Fläche sei dafür nicht geeignet. In einer Sitzungsvorlage für die Fraktionen im nächste Woche tagenden Planungsausschuss schreibt Stadtbaurätin Nina Herrling, sie rate von einer Änderung des Bebauungsplanes ab. Es stimme zwar, dass der Parkdruck in dem Gebiet hoch sei. Eine Prüfung habe aber ergeben, dass ein Verzicht auf die Grünfläche falsch wäre. "Der vorhandene Baumbestand sowie der Bedarf an innerstädtischen Grünflächen stehen einer Nutzung als Stellplatzfläche entgegen", so Herrling. Nutzung als Parkfläche für die Wohnhäuser hätte Vorrang Den Antrag für die syrisch-orthodoxe Gemeinde hatte deren zweiter Vorsitzender Ferid Celik gestellt. Er hatte mitgeteilt, dass ein Großteil der Besucher der Sonntagsmessen die Kirche nicht fußläufig erreichen könnte. Außerdem gebe es viele zeitgleich stattfindende Veranstaltungen wie Religionsunterricht, Jugendtreffen, Bibelstunden, Vorstandssitzungen, Taufen, Hochzeiten und weiteres, besonders am Wochenende. Aufgrund des erhöhten Verkehrsaufkommens würden zahlreiche Autos am Rand der B 61 geparkt - eine Gefahr, vor der auch die Polizei warne. Kauf, Pacht, Erbpacht - die Gemeinde sei für alle Optionen für das 2.670 Quadratmeter große Flurstück offen. Und alle Bäume, die der Baumschutzsatzung unterliegen, blieben erhalten. Die Stadtverwaltung hält das Parken auf dem Grundstück "ohne wesentliche Eingriffe in den vorhandenen Baumbestand" jedoch für nicht möglich. Und selbst wenn: Eine Nutzung als Parkfläche für die Wohnhäuser in der Siedlung hätte ohnehin Vorrang vor der Nutzung als Stellplatz für die Kirche. Die Verwaltung empfehle Gespräche mit der Gemeinde, um alternative Lösungen zu finden.

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