Nach einer Schlägerei am Kesselbrink stach ein Mann aus Afghanistan auf einen Gütersloher ein. Nun hat ihn die Mordkommission festgenommen. Der Polizeieinsatz auf diesem Foto steht nicht im Zusammenhang mit dieser Tat. - © Symbolfoto: Christian Geisler
Nach einer Schlägerei am Kesselbrink stach ein Mann aus Afghanistan auf einen Gütersloher ein. Nun hat ihn die Mordkommission festgenommen. Der Polizeieinsatz auf diesem Foto steht nicht im Zusammenhang mit dieser Tat. | © Symbolfoto: Christian Geisler

Bielefeld Die Polizei verhaftet den mutmaßlichen Messerstecher vom Kesselbrink

Der 18-jährige Afghane soll mehrfach straffällig geworden sein. Er wurde in einer Bielefelder Flüchtlingsunterkunft festgenommen

Jens Reichenbach

Bielefeld. Die "Mordkommission Kessel" hat den mutmaßlichen Messerstecher (18) vom Kesselbrink festgenommen. Wie Polizeisprecher Michael Kötter bestätigte, wurde er am Freitagvormittag verhaftet. Wie berichtet, war es am Freitagabend, 29. September, gegen 22 Uhr auf dem Bielefelder Kesselbrink zu einer größeren Schlägerei gekommen. Auslöser dafür war die Beleidigung zweier Bielefelderinnen (16, 22). Ein 21-jähriger Gütersloher reagierte darauf und wollte die Pöbler zur Rede stellen. Dabei eskalierte der Streit so sehr, dass zunächst mehrere Beteiligte aufeinander einprügelten, dann zückte einer der Männer ein Messer und stach mehrfach auf den 21-Jährigen ein. Dieser wurde dabei schwer, aber zum Glück nicht lebensbedrohlich verletzt, weil er unmittelbar nach dem Vorfall notärztlich versorgt werden konnte. Seitdem suchte die neunköpfige Mordkommission nach dem geflüchteten Täter. Nach intensiven Ermittlungen verdichteten sich dann die Hinweise, dass sich der mutmaßliche Täter in einer Bielefelder Flüchtlingsunterkunft aufhalte. "Die Person konnte von mehreren Zeugen wiedererkannt und sicher identifiziert werden", sagte Kötter. Die erste Durchsuchung der Flüchtlingsunterkunft verlief ergebnislos Ermittler der Mordkommission unter Leitung von Kriminalhauptkommissar Markus Mertens durchsuchten zunächst sein Zimmer, konnten ihn dort aber nicht antreffen. Der Verdächtige hatte sich laut Polizei offenbar mehrere Tage lang im Bielefelder Stadtgebiet versteckt. Doch genau eine Woche nach der Tat - am Freitag, 6. Oktober - kehrte der 18-Jährige, der seit Juni in Deutschland und bereits mehrfach straffällig geworden sein soll, in seine Unterkunft zurück. Schließlich nahmen ihn die Ermittler am Freitagmittag in der Nähe seiner Unterkunft fest. Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft macht der Festgenommene zu den Tatvorwürfen bisher keine Angaben. Er lässt sich inzwischen durch einen Rechtsanwalt vertreten. Die Staatsanwaltschaft erließ dennoch gegen ihn einen Haftbefehl wegen versuchten Totschlags, den ein Haftrichter ihm im Anschluss an seine Festnahme verkündete. Der 18-Jährige landete daraufhin in der JVA Herford in Untersuchungshaft.

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