Kein Bushäuschen, kein Warnschild, keine Beleuchtung: „Am Stellbrink" warten Buskinder auf dem Mehrzweckstreifen der Bundesstraße. - © Robert Becker
Kein Bushäuschen, kein Warnschild, keine Beleuchtung: „Am Stellbrink" warten Buskinder auf dem Mehrzweckstreifen der Bundesstraße. | © Robert Becker

Gütersloh Gefahr: Diese Schulbushaltestelle ist kaum gesichert

Eine Flüchtlingshelferin meldet sich mit ihrer Sorge bei der NW

Robert Becker

Gütersloh. Schulbuseinstieg an der Bundessstraße - mitten im Berufsverkehr steigen an der Marienfelder Straße (B 513) jeden Morgen um kurz nach sieben ein Dutzend Schüler in den Schulbus. Die Haltestelle ist kaum gesichert. Die Schüler warten zuvor auf dem Mehrzweckstreifen. Eine Flüchtlingshelferin hat sich besorgt an die Neue Westfälische gewandt. "Da ist gar kein Platz für so viele Menschen", sagt Carola Louis. Die frühere Altenpflegerin engagiert sich seit einigen Monaten in der Flüchtlingshilfe, sie hat einer Flüchtlingsfamilie bei Behördengängen unterstützt und ist dadurch auf den Missstand aufmerksam geworden. In der Tat ist die Haltestelle unweit des früheren Naafi-Shops ungünstig positioniert. Die in der nahen Siedlung wohnenden Kinder, darunter einige Flüchtlinge, queren zunächst mittels Fußgängerampel die Bundesstraße, um dann etwa 50 Meter entlang des Mehrzweckstreifens gegen die Fahrtrichtung zur Haltstelle zu gelangen. Allein das sei gefährlich, sagt Carla Louis. Die Fahrbahnbeleuchtung sei ausschließlich auf der gegenüberliegenden Seite installiert. "Jetzt kommt die dunkle Jahreszeit, da sieht man die Menschen kaum", sagt sie. Die Kinder fahren mit dem Bus zum Busbahnhof ZOB, steigen dort um und werden anschließend zur Grundschule Isselhorst gefahren. Was Carla Louis aufgefallen ist: "In Isselhorst überwacht dann eine Schulaufsicht das Aussteigen, dabei sind dort Busspur und Tempo-30-Zone." Carla Louis möchte eine Temporeduzierung, wenn möglich auf 30 km/h abgesenkt oder eine bessere Ausgestaltung der Haltestelle. "Wenn ein Radfahrer kommt und die Kinder stehen auf dem Mehrzweckstreifen, dann wird es zu eng", sagt sie. Rücken die Schüler etwas weiter vom Mehrzweckstreifen zurück, stehen sie bereits im hohen Gras. Ihr Problem hat sie bereits dem Ordnungsamt und dem Schulamt geschildert. Von dort sei eine Anfrage an das für die Bundesstraße zuständige Amt von Straßen.NRW in Bielefeld gegangen. Ihr Anliegen auf Temporeduzierung sei dort abgewiesen worden, sagt sie. Bezüglich einer Verlegung der Haltestelle oder deren Ausbaus will sie jetzt einen schriftlichen Antrag an die Stadt stellen, nachdem die monatelangen Gespräche wenig gebracht haben. "Man darf nicht so lange warten, bis dort etwas passiert", sagt sie. Gut vorstellen könne sie sich, dass dort ein Wartehäuschen gebaut wird. "Vielleicht hat die Stadt noch eines von den Holzhäuschen", überlegt sie. Dann würden die Kinder nicht mehr auf dem Mehrzweckstreifen stehen und die Autofahrer würden die Haltestelle eher als solche wahrnehmen. Auch ein Schild "Achtung Schulkinder" oder ein Verschieben des Haltepunkts um einige Meter könnten zur Sicherheit beitragen, meint Carola Louis: "Es gibt viele Möglichkeiten, die nicht viel Geld kosten."

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