Symbolfoto - © Andreas Zobe
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Gütersloh Stadt bereitet sich auf Ganztags-Ausbau vor

Teilnehmerquote könnte sich auf bis zu 80 Prozent steigern

Ludger Osterkamp

Gütersloh. Die Stadt bereitet sich auf einen massiven Ausbau des offenen Ganztages vor. Wie aus einer Sitzungsvorlage für den Bildungsausschuss kommende Woche zu lesen ist, geht sie von einer Steigerung der durchschnittlichen Teilnehmerquote auf bis zu 80 Prozent aus, an einigen Standorten sogar von einer Vollauslastung. Das werde sich auf den Raumbedarf an den örtlichen Grundschulen stark auswirken. Die Teilnehmerquote am offenen Ganztag (OGS) ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Aktuell (Schuljahr 2016/17) liege sie bei 57 Prozent. Was in absoluten Zahlen bedeutet: Von 3.670 Grundschülern besuchen 2.091 auch den offenen Ganztag. Diese Zahl wird laut Stadtverwaltung gleich aus zwei Gründen wachsen: Zum einen, weil die absolute Schülerzahl wächst (Geburtenquote, Zuzug), zum anderen, weil die Teilnehmerquote steigt. Der Offene Ganztag erfreut sich steigender Beliebtheit. An der Grundschule Nordhorn, Vorreiterin bei dieser Entwicklung und mit besonderer Personalausstattung gesegnet, beträgt die OGS-Quote schon jetzt 100 Prozent, an der Grundschule Blankenhagen mit ihrem hohen Anteil an Migrationskindern liegt sie ebenfalls bei beachtlichen 80 Prozent. Die niedrigsten Teilnehmerquoten verzeichnen derzeit die Paul-Gerhardt- (39 Prozent), die Heidewald- (43 Prozent) und die Grundschule Große Heide (44 Prozent). Die Stadt geht davon aus, dass die Zahl der Grundschüler 2023/24 mit 4.300 ihren Höchststand erreicht haben wird. In den beiden Jahren darauf sinkt sie zwar wieder auf circa 4.100. Die Zahl der OGS-Teilnehmer gehe jedoch ohne Knick nach oben und werde im Schuljahr 2025/26 bei 3.310 liegen - entspricht besagter Quote von 80 Prozent. Was die Betrachtung der einzelnen Grundschulen betrifft, werden nach Meinung der Stadt Gütersloh neben Nordhorn auch die Edith-Stein- und die Blankenhagener Schule in wenigen Jahren die 100-Prozent-Quote erreicht haben; die Grundschulen Neißeweg (95 Prozent), Altstadtschule (89 Prozent) und Kattenstroth (81 Prozent) liegen nur unwesentlich darunter. An den Grundschulen Paul-Gerhardt (46), Sundern (47) und Große Heide (50) bleibe die Quote dagegen unterdurchschnittlich. Schulen in eine Prioritätenliste eingeordnet Die Schulen sind für die steigenden OGS-Zahlen unterschiedlich gerüstet. In der Vorlage der Stadt heißt es, im "Gütersloher Qualitätszirkel OGS" sei ein gemeinsames Raumprogramm für die Unterrichts- und Betreuungsräume definiert worden; das sei wichtig, "um die notwendige Betreuungsqualität sicherzustellen." Die Überlegungen des Qualitätszirkels seien realistisch und keineswegs überzogen. Deren Programm solle daher Grundlage sein, "neue Strategien im Umgang mit Raumbedarfen an den Grundschulen zu erarbeiten." Die Verwaltung schreibt, aus ihrer Sicht ergebe sich ein "Maßnahmendreiklang aus pädagogischer Umorganisati-on, nutzenorientiertem Umbau im Bestand und Anbau flexibel nutzbarer Flächen". Sie hat die Schulen in eine Prioritätenliste eingeordnet. Der dringendste Bedarf herrscht demnach an der Grundschule Nordhorn, gefolgt von Pavenstädt, Heidewald, Neißeweg und Blankenhagen. Ganz am Ende stehen Avenwedde-Bahnhof, Kapellen-, Overberg- und das Schlusslicht Grundschule Sundern.

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