Resultierte aus dem ersten Plan: Der Agenda-Park im Karree von Stadtring Nordhorn, Hülsbrockstraße und Schlingbreede. Jogger haben hier freies Blickfeld auf die Werke von Pfleiderer und Miele, das gerade im Begriff ist, seinen Schriftzug zu erneuern. - © Ludger Osterkamp
Resultierte aus dem ersten Plan: Der Agenda-Park im Karree von Stadtring Nordhorn, Hülsbrockstraße und Schlingbreede. Jogger haben hier freies Blickfeld auf die Werke von Pfleiderer und Miele, das gerade im Begriff ist, seinen Schriftzug zu erneuern. | © Ludger Osterkamp

Gütersloh Gütersloher mit Grünflächen immer noch unterversorgt

Das Grünflächenamt will sich von der Politik das Placet holen, um den Masterplan für Parks und Grünanlagen fortschreiben zu können. Rein zahlenmäßig seien die Gütersloher noch immer unterversorgt

Ludger Osterkamp

Gütersloh. Nach knapp zehn Jahren hält es die Stadtverwaltung für angebracht, den Masterplan für die öffentlichen Grünflächen zu überarbeiten. Viele der 2006 und 2008 formulierten Ziele seien inzwischen umgesetzt oder konsequent in die stadträumliche Planung integriert worden. Nun sei es an der Zeit, den Plan fortzuschreiben und neue Perspektiven zu entwickeln - auch vor dem Hintergrund des Klimawandels und des Bevölkerungsanstieges auf 100.000 Einwohner. Am Montag befassen sich die Fraktionen im Umweltausschuss mit dem Thema. Der Fachbereich Grünflächen erhofft sich grünes Licht für die Fortentwicklung des Planes. Er verweist darauf, dass in Gütersloh pro Einwohner aktuell 9,17 Quadratmeter öffentlich nutzbare Grünfläche zur Verfügung stehen. Das seien zwar 1,83 mehr als bei der letzten Fassung des Planes von 2008, aber von dem eigenen, im Flächennutzungsplan 2020 niedergelegten Richtwert von 15 Quadratmetern sei man noch ein gutes Stück entfernt. Außerdem: Der deutsche Städtetag nennt als Richtwert 20 bis 25 Quadratmeter. Was es finanziell und personell bedeuten würde, den "Masterplan Grün + Freiraum" zu aktualisieren, lässt die Verwaltung vorerst offen. Sie schreibt lediglich, dass es neben der Qualität der Park- und Grünanlagen auch auf die Quantität ankomme. Im Umgang mit den Folgen des Klimawandels und der Bevölkerungsentwicklung sei es "weiterhin von großer Bedeutung, Angebotslücken der ?Grünen Infrastruktur? in den Stadtteilen zu schließen und dem urbanen Klimawandel sowie dem Artenschwund entgegen zu wirken". Entwickelt worden war der Plan 2006. Er legte Erhalt und Entwicklung der Grünzüge fest, betonte die Sicherung ökologischer Freiräume und die Bedeutung des Stadtklimas. In einer repräsentativen Befragung zwei Jahre zuvor hatten die Bürger, befragt nach der Bedeutung von Park- und Grünanlagen, diese mit 96 Prozent als "wichtig bis sehr wichtig" eingestuft. Gütersloh, so die Planer danach, sei mit öffentlichen Grünflächen unterversorgt. In ihrem 2008 aktualisierten Konzept zogen sie markante Vergleiche: Während auf jeden Gütersloher 7,34 Quadratmeter öffentliches Grün komme, stünden ihm und seinem Auto zwölf Quadratmeter Parkraum zur Verfügung. Das sei sogar mehr als die Fläche für planungsrechtlich gesichertes Kinderspiel (11,8 Quadratmeter). Quintessenz damals: Wolle Gütersloh seine Ziele als "Stadt im Grünen" und "Kinder- und Familienfreundliche Stadt" weiter propagieren, müsse es in die Zukunft investieren.

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