Stadt hatte die Überbleibsel vom verschwundenen Wasserträger weggeworfen

Zuvor wurde die Bodenplatte mit den Füßen monatelang gelagert

Ludger Osterkamp

Gütersloh. Die Stadt weist Vorwürfe zurück, sie sei achtlos mit den Resten der 2013 gestohlenen Skulptur des Wasserträgers umgegangen. Die Bodenplatte mit den Füßen hatte monatelang auf dem Betriebshof des Grünflächenamtes am Westring gelegen, bevor sie zusammen mit anderem Schrott entsorgt wurde. Fachbereichsleiter Bernd Winkler sagte, das Stück sei weit davon entfernt gewesen, noch als Ausstellungsstück zu dienen oder gar musealen Charakter zu haben. Auf der Bodenplatte seien allenfalls noch „Fragmente" gewesen, und das auch nur von einem einzelnen Fuß. „Das hätte sich niemand ansehen wollen." Nachdem im Zuge eines Gerichtsprozesses am Mittwoch rudimentäre Informationen über den Verbleib von Teilen der beliebten Stadtpark-Skulptur publik geworden waren, hatte es aus dem Umfeld des Museums „Wiedenbrücker Schule" und vom Förderkreis Stadtpark/Botanischer Garten Nachfragen gegeben. Sie bezogen sich darauf, dass man die Fußreste hätte erhalten oder für einen guten Zweck versteigern können. Das Museum Wiedenbrücker Schule befasst sich mit dem Nachlass von 25 Werkstätten für kirchliche und weltliche Kunst; Bernd Hartmann (1905-1972), Schöpfer der Wasserträger-Skulptur, war einer ihrer wesentlichen Exponenten. „Mag sein, dass das für das Museum ein interessantes Stück gewesen wäre", sagte die Wiedenbrücker Kunsthistorikerin Christiane Hoffmann, aber das hänge in der Tat vom Zustand der Reste ab. Den Anlass für einen Appell, stets sorgsam mit Kulturgütern umzugehen, biete der Vorfall aber durchaus. Ähnlich äußerte sich Monika Geißler vom Förderkreis Stadtpark. Derweil gab es am Freitag einen Ortstermin für das neue Kunstwerk, das den Wasserträger ersetzen und ebenfalls an der kleinen Kaskade neben dem Stadtpark-Teich stehen soll. Die zehn Edelstahl-Kugeln, 48 bis 75 Zentimeter im Durchmesser, sollen im Laufe der Tage platziert werden.

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