Firmensitz: Die Produktionsstätte der Conventya liegt am Stadtring, ganz in der Nähe von Pfleiderer und Miele. - © Ludger Osterkamp
Firmensitz: Die Produktionsstätte der Conventya liegt am Stadtring, ganz in der Nähe von Pfleiderer und Miele. | © Ludger Osterkamp

Gütersloh Diese Gütersloher Firma will mehr Gefahrstoffe lagern

Die Coventya GmbH, ein Spezialist für Galvanotechnik, unterliegt aufgrund seiner Betriebsstoffe strengen Vorgaben. Um für etwaige Gesetzesverschärfungen gewappnet zu sein, hat die Firma nun bei der Bezirksregierung einen Antrag gestellt

Ludger Osterkamp

Gütersloh. Die Coventya GmbH am Stadtring Nordhorn stellt Stoffe zum Galvanisieren von Stahl, Eisen oder Zink her. Dabei kommt sie nicht umhin, mit schwierigen Chemikalien zu arbeiten. Manche sind giftig, andere ätzend, wiederum andere sind entzündbar oder explosiv. Nun hat das Unternehmen einen Antrag gestellt, mehr davon lagern zu dürfen. Die aktuelle Genehmigung, erteilt 1992, beschränkt die Lagermenge von Gefahrstoffen auf bis zu 200 Tonnen. Das ist Coventya auf Dauer zu wenig. Weil erstens die Umsatzvolumina steigen und zweitens stets die Möglichkeit besteht, dass der Gesetzgeber strengere Vorschriften erlässt, hat das Unternehmen gemäß Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImsch) beantragt, die Lagerkapazität erhöhen zu dürfen. Der Antrag liegt noch bis Mittwoch, 20. September, zur Einsicht im Rathaus aus. Eine Kurzbeschreibung ist auch auf der Internetseite der Bezirksregierung abrufbar. Coventya möchte die Lagermenge auf bis zu 250 Tonnen erhöhen dürfen. War diese Zahl in den ersten Antragsunterlagen nicht enthalten, so habe man sich inzwischen mit der Bezirksregierung auf diese Größenordnung verständigt, so ein Firmenvertreter. Eine bauliche Investition sei damit nicht verbunden, jedenfalls keine nennenswerte. Spätere etwaige Anbauten könnten per Änderungsanzeige oder Änderungsantrag mitgeteilt werden, je nach Vorhaben. Durch die Stoffe, mit denen es hantiert, unterliegt Coventya der Störfallverordnung. In ihrer Kurzbeschreibung des Antrages teilt die Firma mit, dass seit Inbetriebnahme der Anlage (1993) und auch in den Jahren davor "keine Störungen aufgetreten sind, durch die Menschen oder Umwelt gefährdet wurden" - eine Äußerung, die ein Sprecher der Bezirksregierung bestätigte. Coventya hat eigenen Angaben zufolge "umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen getroffen, um auch in Zukunft einen Störfall zu verhindern." Durch verschiedene, mehrfach vorhandene Sicherheitseinrichtungen werde eine Freisetzung von Stoffen ausgeschlossen. Dazu zählen Schnellschluss-Systeme, doppellagige Schutzfolien, selbstschließende Brandschutztore und eine automatische Kohlendioxid-Brandbekämpfung. Um dennoch auftretende Störfallauswirkungen zu begrenzen, sei ein interner und externer Gefahrenabwehrplan erstellt worden. Darin sei unter anderem festgelegt, auf welchem Wege alarmiert werde und wie sich das Personal im Gefahrfall zu verhalten habe. Die Stadt sei am Erstellen des externen Planes beteiligt, und mit der Feuerwehr würden Notfälle simuliert, um ihn auf Wirksamkeit zu überprüfen. Der Projektleiter bei Coventya, André Brummelte, betonte, die Erhöhung der Lagermenge habe man rein vorsorglich beantragt. Schon die bislang genehmigte Kapazität von 200 Tonnen werde nicht ausgeschöpft, aktuell liege die Lagermenge bei nur 100 Tonnen. Coventya wolle aber gewappnet sein für künftige Produktionsanpassungen und für eine Verschärfung der Gefahrstoffverordnung, die etwa zur Folge haben können, dass bislang nicht als gefährlich angesehene Chemikalien neu eingestuft werden.

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