Unter einem Dach: Im Haus der Kirche sind sowohl die Flüchtlingsberatung als auch das Café Connect untergebracht. - © Lena Vanessa Niewald
Unter einem Dach: Im Haus der Kirche sind sowohl die Flüchtlingsberatung als auch das Café Connect untergebracht. | © Lena Vanessa Niewald

Gütersloh Flüchtlingscafé fehlt Geld für Weiterführung

Die Finanzierung des Café Connect läuft nur bis Ende des Jahres - noch gibt es nicht genug Unterstützer

Lena Vanessa Niewald

Gütersloh. Eine erste verlässliche Heimat in einem fremden Land. Das soll das Café Connect im Haus der Kirche sein. Seit gut eineinhalb Jahren kommen Flüchtlinge in die diakonische Einrichtung, um Kontakte zu knüpfen, Deutsch zu sprechen und sich mit Gleichgesinnten oder ehrenamtlichen Helfern auszutauschen. Wie lange das noch geht, ist allerdings unklar. Denn: Die Finanzierung der Begegnungsstätte ist nur noch bis Ende des Jahres gesichert. Betreut wird das Café von der Flüchtlingsberatung der Diakonie und zahlreichen ehrenamtlichen Helfern. Die Räumlichkeiten stellt die Evangelische Kirchengemeinde Gütersloh mietfrei zur Verfügung. Laut einer Sprecherin der Diakonie, Yvonne Lienemann, bleibt das auch im nächsten Jahr so. Allerdings sind die Fördermittel und Spenden dann weitestgehend aufgebraucht. Vom Land Nordrhein-Westfalen gab es 4.000 Euro für die Ausstattung des Cafés, 10.000 Euro kamen von der Evangelischen Kirchengemeinde. Darüber hinaus spendeten zahlreiche Privatpersonen. Knapp 16.000 brauche das Café für ein Jahr, so Lienemann. Bis jetzt habe man aber nur 6.000 Euro für 2018 sichergestellt. Sowohl die Bürgerstiftung als auch Bertelsmann haben laut Aussagen der Diakonie-Sprecherin Fördersummen zugesagt. "Wir haben darüber hinaus noch weitere Anträge bei potenziellen Unterstützern gestellt", sagt Lienemann. Nachfragen beim Gütersloher Bürgermeister Henning Schulz haben bislang nicht die erhofften Antworten gebracht. Seine Aussage: "Gute Projekte und gute Akteure finden in Gütersloh auch Unterstützer." Dass die Stadt selbst dem Flüchtlingscafé unter die Arme greifen will, sicherte er nicht zu. Flüchtlingsberaterin Katharina Stein ist trotzdem überzeugt, dass das Projekt Zukunft hat. "Ich bin Fan von diesem Café und dem was wir hier leisten. Dieser Ort ist so wichtig, weil Menschen hier in einem geschützten Raum zusammen kommen können", sagt Stein. Ihr sei besonders wichtig, dass es sich bei dem Flüchtlingscafé um ein niederschwelliges Angebot handele, das aber trotzdem einen großen Teil zur gesellschaftlichen Teilhabe beitrage. Stein ist sich sicher: "Das Geld für die Weiterführung kommt auf jeden Fall zusammen." Rund 1.100 Flüchtlinge leben nach Zahlen der Gütersloher Diakonie derzeit in städtischen Unterkünften, darüber hinaus weitere Anerkannte in eigenen Wohnungen.

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