Am Mischpult: In einem Gütersloher Tonstudio wurde der Song aufgenommen. - © Schützen
Am Mischpult: In einem Gütersloher Tonstudio wurde der Song aufgenommen. | © Schützen

Gütersloh Jungschützen im Radio mit „Spexard ist das geilste Dorf der Welt“

Drei Jungschützen haben ihre Heimatliebe in einem Song verewigt. Nicht nur der Gang ins Tonstudio war aufregend, sie haben auch live auf der Bühne gesungen

Melanie Wigger

Gütersloh. „Spexard ist das geilste Dorf der Welt" – 
zumindest wenn es nach den Schützen der St. Hubertus-Bruderschaft geht: Mit diesem Refrain haben drei der Jungschützen nun ihre Heimatliebe in einem Song verewigt. Die gängige Melodie punktete nicht nur vor kurzem auf dem Spexarder Schützenfest, sondern auch beim Radiosender 1Live: Die Moderatoren Matthias Kammel und Ron Kühler diskutierten darüber, warum das der beste Schützensong des Sektors sei. Die Idee zu dem Dorfhit hatte Marco Schulte-Lindhorst (22). Für die Melodie ließ er sich von Stefan Stürmers Ballermann-Titel „Malle ist die geilste Galaxie" inspirieren. Zusammen mit Lisa Herbeck (21) und Niklas Brüggemann (25) dichtete er Strophen wie: „Es war einmal vor nicht allzu langer Zeit, in einem Ort mit Sonne weit und breit, ein Zelt voller Schützen mit Glas in der Hand, schön wie der König und voll bis zum Rand. Und sie machten Party, so was von fantastisch, dass man es in allen Dörfern hört. Und sie waren glücklich, feiern jeden Sommer, in dem geilsten Dorf der Welt." Mit diesen Versen suchten sich die drei ein Tonstudio in Gütersloh und wagten sich ans Mikrofon. Lisa Herbeck, die seit fünf Jahren im Chor sind, hatte als Einzige Gesangskenntnisse: „Trotzdem war das sehr aufregend für mich. Ich war vorher noch nie in einem Tonstudio und dementsprechend sehr gespannt, wie alles funktioniert." Aus einem halben Jahr Vorbereitung wurde nach vier Stunden Einsingen ein Song, der durchaus Ballermann-Potenzial hätte. „Der hört sich gar nicht so schlecht an" – das habe auch der Produzent im Tonstudio bestätigt. Für die Stimme war es anstrengend, „aber es hat Spaß gemacht", sagt Brüggemann. Doch dann kam die richtige Mutprobe: das Schützenfest. An den ersten Abenden lief das Ergebnis auf CD und riss dabei schon die Menge mit. Am Sonntag legte das Trio noch eine Schüppe drauf: live auf der Bühne vor und das erste Mal vor einem Publikum. Die Verler Band Burning Guitars begleitete die Jungschützen – und der Saal bebte. Fühlt man sich wie ein Star? – „Für einen kurzen Moment 
vielleicht", bestätigt Schulte-Lindhorst mit verlegenem Blick. „Alle haben richtig 
mitgefiebert", schwärmt Jungschützenmeister Brüggemann. Nicht nur über den Erfolg beim Schützenfest freut sich Schulte-Lindhorst. „Der Grundgedanke war, dass wir mit der Aktion außerhalb von Spexard mehr wahrgenommen werden. Und das hat 
geklappt." Allein schon auf Facebook zog der Hit viel Aufmerksamkeit auf die Schützen. „Vielleicht bekommen wir so auch neue Mitglieder", hofft Schulte-Lindhorst. Erst vor kurzem knackten die Spexarder Hubertusschützen die 1.000er Marke, darunter 190 Jungschützen. Nach der Radiosendung und dem Schützenfest hat sich der Trubel um den Landwirt, den Maler und die Steuerfachangestellte wieder gelegt. Wie das Radio überhaupt darauf aufmerksam wurde, sei ihnen selbst schleierhaft. Vertreiben können sie ihren Hit aus rechtlichen Gründen nicht. Doch nächstes Jahr soll der Song wieder auf dem Schützenfest gespielt werden. Und nicht nur das: Obwohl die Nachwuchssänger bei der Frage „Wie waren denn Eure 
Noten im Fach Musik in der Schule?" mächtig herumdrucksen, haben sie offensichtlich Blut geleckt – 
Schulte-Lindhorst hat weitere 
Pläne: „Vielleicht bringen wir eine ganze CD mit Schützenhits raus."

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