Reglementiert: Die Gütersloher Bäderverordnung weist konkret darauf hin, dass sich Smartphone-Nutzer an geltendes Recht zu halten haben. Mal eben ungefragt ein Foto von anderen Badegästen zu schießen, ist verboten. - © Patrick Menzel
Reglementiert: Die Gütersloher Bäderverordnung weist konkret darauf hin, dass sich Smartphone-Nutzer an geltendes Recht zu halten haben. Mal eben ungefragt ein Foto von anderen Badegästen zu schießen, ist verboten. | © Patrick Menzel

Gütersloh Was Smartphone-Nutzer im Schwimmbad beachten müssen

Die Nutzung von Smartphones wird in der Bäderverordnung zwar geregelt, doch ein Verbot der Geräte ist in Gütersloh nicht geplant. Wer sich aber belästigt fühlt, sollte sofort das Personal ansprechen

Michael Schuh

Gütersloh. Fotografieverbot, eine kleiner Aufkleber auf der Linse oder sogar die völlige Verbannung aller Smartphones: In vielen deutschen Bädern muss das Handy mittlerweile entweder in der Tasche oder sogar völlig draußen bleiben, um so ungewolltem Filmen oder Fotografieren einen Riegel vorzuschieben. Im Nordbad ist der Umgang mit dem Handy nicht so rigoros reglementiert, zumal es im Eingangsbereich sogar freies WLAN gibt. Doch auch in Güterslohs derzeit einzigem geöffneten Freibad müssen sich die Besucher an Vorschriften halten. „Wir kennen die Bedenken und nehmen sie durchaus ernst", weiß Stadtwerke-Sprecher Jens Herrmann von den Entscheidungen anderer Bäderbetreiber, „aber ein komplettes Handyverbot gibt es bei uns tatsächlich nur in der Järve-Sauna." Eine letzte Whats-App-Nachricht aus der Kabine des Schwitz-Tempels sei okay, aber ansonsten dürfe das Smartphone nicht mitgeführt werden. In den Schwimmbädern hingegen gibt sich das städtische Unternehmen liberaler: Die dortigen Verordnungen erlauben den Betrieb von Smartphones, weisen aber zugleich darauf hin, dass sich deren Nutzer an geltendes Recht halten müssen. Recht am eigenen Bild „Dabei handelt es sich unter anderem um das Recht am eigenen Bild", erläutert Herrmann. Dies besagt, dass jeder Mensch grundsätzlich selbst darüber bestimmen darf, ob und in welchem Zusammenhang Bilder von ihm veröffentlicht werden. Mal eben ein paar Mädels fotografieren und die Fotos dann ins Internet stellen? Verboten! Doch nicht nur das: Schon bei einer ungenehmigten Fotoaufnahme handelt es sich um eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts. Auch hier gilt: Nicht erlaubt! „Wir stellen jedoch erfreut fest, dass unsere Besucher sehr diszipliniert sind", fährt Herrmann fort. So sei in den vergangenen Jahren nichts vorgefallen und es habe auch keine Beschwerden gegeben. „Wir hoffen sehr, dass wir auch künftig nicht in eine solche Situation kommen." Sollte es dennoch einmal passieren, werde man auf keinen Fall wegsehen, macht der Stadtwerke-Sprecher klar: „Wir können uns der Entwicklung nicht verschließen – Smartphones sind mittlerweile überall präsent. Wer aber sich oder seine Kinder belästigt sieht oder Auffälligkeiten beobachtet, sollte sich sofort an das Personal wenden. Wir werden umgehend darauf reagieren."

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