Ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr fotografiert einen herumstehenden Beobachter zur Beweissicherung. - © Andreas Eickhoff
Ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr fotografiert einen herumstehenden Beobachter zur Beweissicherung. | © Andreas Eickhoff

Gütersloh Branddirektor kritisiert Gaffer nach Unfall auf der A 2 scharf

Bei dem Unfall wurden sieben Personen verletzt

Jens Ostrowski

Gütersloh. Nach dem schweren Auffahrunfall auf der A2 am Sonntag, 14. Mai, mit insgesamt sieben verletzten Personen kritisiert Bielefelds Leitender Branddirektor, Rainer Kleibrink, das Verhalten von Gaffern scharf. Rund zwei Dutzend Passanten schauten den Rettungskräften von der Brücke Isselhorster Straße und den Böschungen zu, die meisten zückten ihre Handys und Fotoapparate, um die Unfallfahrzeuge, aber auch die zum Teil schwer verletzten Personen zu fotografieren. Zwar hätten die Gaffer die Arbeiten in diesem Fall nicht behindert – „aber sie verletzen das Persönlichkeitsrecht enorm. Niemand will nach einem Unfall fotografiert und womöglich noch im Internet zur Schau gestellt werden. Das dient alleine der Sensationsgier dieser Gaffer", sagte Kleibrink auf Nachfrage. Ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr hatte ebenfalls sein Handy gezückt, um die herumstehenden Beobachter als Beweissicherung zu fotografieren. Kleibrink sagt aber auch: „Es gibt nur wenig Chancen, diesem Problem habhaft zu werden." Die Hemmschwelle der Menschen sinke immer weiter. Erst kürzlich sei in der Bielefelder City ein Retter beim Einsatz mit dem Leben bedroht worden. Bei dem schweren Unfall auf der Autobahn 2 waren sechs Autos zwischen dem Autobahnkreuz Bielefeld und der Anschlussstelle Gütersloh zusammengeprallt. Sieben Menschen wurden verletzt, drei davon schwer. Die Autobahn musste voll gesperrt werden, es bildete sich ein Stau von zehn Kilometern Länge. Einige Autofahrer, die im Stau standen, versuchten rückwärts zum Autobahnkreuz Bielefeld zu gelangen, bzw. zu wenden, um längeren Wartezeiten zu entgehen. Vier von ihnen konnten durch die Polizei angehalten werden. Ihnen droht jetzt neben der Anzeige ein Fahrverbot.

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