Mit Siegermodell: Architekt Raimund Heitmann und seine Tochter, die Architekturstudentin Delia Heitmann, halten es. Ebenfalls daran beteiligt: Architekt Jens Appel (2.v.l.). Gudrun Walter (l.) vom Büro Drees und Huesmann hat den Wettbewerb begleitet, Pfarrer Elmar Quante (r,) hat ihn gemeinsam mit anderen veranlasst. Die Entwürfe sind im Foyer des St. Elisabeth-Hospitals ausgestellt. - © Ludger Osterkamp
Mit Siegermodell: Architekt Raimund Heitmann und seine Tochter, die Architekturstudentin Delia Heitmann, halten es. Ebenfalls daran beteiligt: Architekt Jens Appel (2.v.l.). Gudrun Walter (l.) vom Büro Drees und Huesmann hat den Wettbewerb begleitet, Pfarrer Elmar Quante (r,) hat ihn gemeinsam mit anderen veranlasst. Die Entwürfe sind im Foyer des St. Elisabeth-Hospitals ausgestellt. | © Ludger Osterkamp

Gütersloh Neues Pfarrhaus entsteht neben St.-Pankratius-Kirche

Im Neubau wird ein großer Teil der Kirchenverwaltung des Pastoralen Raumes sowie die Privatwohnung von Pfarrer Elmar Quante untergebracht

Ludger Osterkamp

Gütersloh. Architektonisch, darin war sich das Preisgericht einig, wäre auch der Entwurf des Zweitplatzierten eine ausgezeichnete Wahl gewesen. Aber ein Pfarrhaus mit Pfarrer-Wohnung, das 60 Meter lang ist? Fünf Meter länger als die Kirche daneben? "Das", so Pfarrer Elmar Quante, "hätte alle Vorbehalte bestärkt, die ein Teil der Bevölkerung sowieso schon gegenüber der katholischen Kirche hat." Also fiel die Wahl auf einen anderen Entwurf. Und den, auch darin gingen alle konform, versteht niemand als zweite Wahl. Somit ist nun das Gütersloher Architekturbüro Heitmann auserkoren, das neue Pfarrhaus neben der St. Pankratius-Kirche zu bauen. Heitmann gewann den Wettbewerb, den die katholische Kirchengemeinde in enger Zusammenarbeit mit dem Bauamt des Erzbischöflichen Generalvikariates ausgelobt hatte. Alle acht Gütersloher Kirchenvorstände und alle fünf Pfarrgemeinderäte hatten zuvor für einen Neubau gestimmt. Das alte, mehr als hundert Jahre alte Pfarrhaus war für untauglich befunden worden, ein neues sollte her. Kosten könnte der Neubau, zieht man die Erfahrungen anderer Pastoraler Räume heran, etwas mehr als eine Million Euro. Konkret wisse man das erst nach Festlegen der Baudetails. Die Finanzierung übernimmt Paderborn, die Kirchengemeinde muss sich mit einem relativ geringen Eigenanteil von bis zu 15 Prozent beteiligen. Neubau mit zwei Bereichen Zwischen der 1890 konsekrierten Kirche und dem 1984 gebauten Pfarrheim, beide an der Straße Unter den Ulmen gelegen, entsteht damit nun ein Neubau, unter dessen Dach sich zwei Bereiche finden werden: Das Pfarrbüro mit der Kirchenverwaltung, einem Konferenzraum und öffentlich zugänglichen Bereichen sowie die Privatwohnung des Pfarrers mit Dienstzimmer, Gastbereich und einer Wohnung für die Hausdame. An reiner Nutzfläche wird der Neubau 413 Quadratmeter haben, nimmt man Flure, Treppenhaus und all die anderen Flächen hinzu, dürfte man in Summe auf mehr als 600 Quadratmeter kommen. Dieses Jahr werde wohl nicht mehr mit dem Bau begonnen, sagte Architekt und Wettbewerbsgewinner Raimund Heitmann (58). Die Bauzeit veranschlagte er mit knapp einem Jahr. Was die Zusammenarbeit mit dem Generalvikariat betrifft, hat Heitmann Erfahrung: Vor einigen Jahren baute er das neue Pfarrheim in Friedrichsdorf. Die Kirche lege Wert auf gute Qualität und Ausführung, so Heitmann. Reaktion auf strukturelle Veränderungen Pfarrer Quante sagte, mit dem Neubau an St. Pankratius reagiere man auf die organisatorisch-strukturellen Veränderungen innerhalb der katholischen Kirche, konkret: die Gründung des Pastoralen Raumes am 1. Januar 2017. Um vernünftig arbeiten zu können, sei es erforderlich, Büro- und Verwaltungsarbeiten am Sitz des Leiters zu bündeln. Quante: "Alles andere erzeugt Reibungsverluste." Am Fortbestand der anderen Pfarrbüros werde aber nicht gerüttelt, versicherte er. Bevor die Entscheidung für den Neubau gefallen sei, habe man die anderen Immobilien auf dem 13.000 Quadratmeter großen Kirchengelände sorgfältig geprüft, sagte Quante. Für das ehemalige Küsterhaus, die Kolping-Akademie, das alte Pfarrhaus und das große Franziskus-Haus auf der anderen Straßenseite seien Gutachten erstellt worden. Das Ergebnis sei eindeutig gewesen: Allein ein Neubau erfülle die Anforderungen, um organisatorisch gute Abläufe zu gewährleisten und für die Anforderungen der Zukunft gerüstet zu sein. Mit dem Ausloben des Wettbewerbs habe man berücksichtigt, das das Pfarrhaus an einer städtebaulich wichtigen Lage am Rande der Innenstadt steht. Begleitet wurde er vom Architekturbüro Drees und Huesmann, als Preisgeld waren 12.000 Euro ausgelobt. Fünf Büros wurden aufgefordert, alle fünf lieferten Arbeiten ab. Es sei erfreulich, dass sich die Kirche für ein solches Vorgehen entschieden habe, lobte Gudrun Walter (Drees & Huesmann). Das sei ganz im Sinne der Architektenkammer. Mit dem zweiten Preis - der nicht zum Zuge gekommene Entwurf - wurde Walter Hauer bedacht.

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