Gütersloh Die Band "Friedrich Sunlight" singt auf ihrer Debüt-CD über Gütersloh

Am Sonntag treten die Augsburger in Gütersloh auf

Melanie Wigger

Gütersloh. "Und jetzt bist du anderswo, vielleicht Gütersloh. . ." - So lautet eine Zeile aus dem aktuellen Hit "Gütersloh" der Band "Friedrich Sunlight". Mit diesem und anderen Titeln ihrer Debüt-CD, die den Namen der Band als Titel hat, geben die Augsburger am Sonntag, 23. April, ab 19 Uhr ein Konzert in der Weberei. Der Eintritt ist frei. Dass die Wahl für den Songtitel Gütersloh traf, ist Zufall. "Gütersloh steht für uns für einen Ort, den man zwar namentlich kennt - wie auch unsere Heimatstadt Augsburg -, der aber nicht unbedingt Sehnsuchtsziel ist, wie für viele Menschen beispielsweise Hamburg oder Berlin", erklärt Bandmitglied Thomas Riederer. "Insofern hätte es natürlich viele Städte in Deutschland gegeben, die in Frage gekommen wären, aber keiner reimt sich so perfekt auf "anderswo" und "oder so". Nicht der Gütersloher stehe im Fokus des Textes: Es gehe eher um einen Menschen, der dort geblieben ist, wo er immer war. Und der nun, weil älter geworden, es dort nicht mehr so toll finde und er sich mit dem Gedanken tröste, dass der andere, den er immer als Vorbild sah, auch nicht das große Los gezogen hat. "Es geht also nicht darum, sich über die Stadt lustig zu machen, sondern über diesen Typus Mensch", stellt Riederer klar. Außerdem sei Texter Bernd Maier inspiriert vom Countrysong "Der letzte Cowboy (kommt aus Gütersloh)" von Thommie Bayer, insofern stelle Gütersloh in der deutschen Musiklandschaft eine gewisse Referenz dar, so Riederer. Wie diese Sehnsucht klingt, besingt Kenji Kitahama. Begleitet wird er von Schlagzeuger Marc Frank, Pianist Bernd Maier, Gitarrist Florian Meya und Thomas Riederer am Bass. Ihre heimische Musikszene prägt die Band laut der Tageszeitung Augsburger Allgemeine schon lange. Doch erst durch ihren Sänger gelingt ihnen nun der Durchbruch unter dem Bandnamen Friedrich Sunlight, benannt nach einem Zitat aus dem dadaistischen Gedicht "Datater: dat! - was" von Wieland Herzfelde. Die Newcomer haben sich auf kalifornischen Sunshine-Pop mit melodischen 60er- und 70er-Jahre Klängen spezialisiert. In der Fachpresse ernten die fünf momentan viel Lob - das Musikmagazin Rolling Stone nennt sie "das Schönste aus Augsburg seit Brecht und Puppenkiste". Jetzt touren sie durch Deutschland: Neben Köln, Berlin, Hamburg und München und machen sie natürlich auch Halt in ihrer Songtitelstadt Gütersloh. Friedrich Sunlight eröffnen nämlich die Sommersaison im Bürgerkiez mit Livemusik. Auch Weberei-Geschäftsführer Steffen Böning setzt große Hoffnungen auf die Augsburger. "Die Band ist genau richtig. Vielleicht starten wir 40 Jahre nach Thommie Bayers letztem Cowboy den nächsten Anlauf eines Gütersloh-Hits für die deutschen Charts."

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