Im Gespräch: Christina Kampmann (v.l.) unterhält sich mit Irina Steffen und Ludmila Karlin, beide sind Moderatorinnen des Projektes. - © Theresa Stüssel
Im Gespräch: Christina Kampmann (v.l.) unterhält sich mit Irina Steffen und Ludmila Karlin, beide sind Moderatorinnen des Projektes. | © Theresa Stüssel

Gütersloh Elterntalk in Gütersloh: Wie mein Kind sicher im Internet surft

Gütersloh ist einer von drei Standorten in NRW, an denen das neue Format getestet wird. Diskutiert werden alle Fragen rund um die richtige Mediennutzung des eigenen Kindes

Theresa Stüssel

Gütersloh. Die Nutzung von neuen Medien ist für Kinder und Jugendliche eine Selbstverständlichkeit. Bei den Eltern allerdings kann es in der Medienerziehung zu vielen ungeklärten Fragen kommen. Wie viele Stunden pro Tag am Handy sind in Ordnung? Ab welchem Alter sollte mein Kind ein Smartphone besitzen? Wie viel Fernsehen ist sinnvoll? Wie sicher ist mein Kind im Internet? Über diese und weitere Fragen können Mütter und Väter in einer Gesprächsrunde, dem sogenannten Elterntalk NRW, diskutieren. Begleitet von einer geschulten Moderatorin können sich Eltern über Erziehungsfragen rund um die Medienerziehung austauschen. Bisher gibt es den Elterntalk in Bonn, im Kreis Warendorf und in Gütersloh. An allen drei Standorten wird das Projekt von der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz Landesstelle NRW e.V. (AJS) koordiniert. Die AJS arbeitet zusätzlich mit einem Partner vor Ort. In Gütersloh ist dies das Jugendamt der Stadt in Kooperation mit dem interkulturellen deutsch-russischen Verein Wasilissa e.V. Pilotprojekt an drei Standorten Gefördert wird das Projekt durch das Landesministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport. Ministerin Christina Kampmann (SPD) hat bei einem Besuch des Elterntalks im Jugendzentrum Kattenstroth in Gütersloh die Bedeutung des Projektes betont. Sie treffe immer wieder Eltern, die zwar mit den heutigen Medien aufgewachsen seien, aber oft sehr unsicher bei der Medienerziehung des eigenen Kindes seien. „Wir sehen hier sehr viele positive Reaktionen seitens der Eltern. Die Erweiterung der Elterntalks auf weitere Standorte sind sehr erwünscht", sagte die aus Bielefeld stammende Familienministerin. Der Elterntalk soll kein Vortag über richtig und falsch sein, sondern ein Austausch von Tipps und Erfahrungen von Eltern an Eltern. Bewertungen oder Verurteilungen sollen dabei keine Rolle spielen. Eine Gesprächsrunde findet bei den jeweiligen Gastgebern zu Hause statt und dauert rund zwei Stunden. Bis zu acht andere Eltern werden eingeladen, die Teilnahme ist komplett kostenlos. Bei Bedarf kann der Austausch auch in mehreren Sprachen stattfinden. „Der Elterntalk hat dadurch auch integrative Aspekte", sagte Kampmann. Den Elterntalk gibt es erst seit dem vergangenen Jahr in Nordrhein-Westfalen. Der Ansatz wurde bereits 2001 in Bayern von der „Aktion Jugendschutz" entwickelt und wird dort sowie in Niedersachsen erfolgreich durchgeführt.

realisiert durch evolver group