Generationswechsel im Stadtmuseum: Rolf Westheider (l.) übergibt den Posten an Franz Jungbluth. - © Eike J. Horstmann
Generationswechsel im Stadtmuseum: Rolf Westheider (l.) übergibt den Posten an Franz Jungbluth. | © Eike J. Horstmann

Gütersloh Rolf Westheider übergibt die Leitung des Stadtmuseums an Franz Jungbluth

Zum Abschied gab es viel Lob, Dank und auch kuriose Geschenke

Eike J. Horstmann

Gütersloh. Zu Ausstellungen gehören im Stadtmuseum Gütersloh neben den Exponaten und ausgefeilten Konzepten stets auch eine Vernissage zum Beginn und eine Finissage zum Abschluss der Schau. Dr. Rolf Westheider hat diesen musealen Reigen seit seinem Antritt an der Kökerstraße im Jahr 2003 rund 100 Mal mitgemacht. Die letzte Vernissage zur Sonderausstellung "Claas - Miniaturen und mehr" am gestrigen Sonntag dürfte beim 60-Jährigen jedoch in ganz besonderer Erinnerung bleiben. Denn neben den Ausstellungsstücken verlässt auch der Museumsleiter selbst das Haus. Mit dem Abschied nach 14 Jahren übergab Westheider, der ab April Stadtarchivar in Versmold und in Borgholzhausen wird, seinen Posten nun auch offiziell an seinen Nachfolger Franz Jungbluth, wodurch beide Historiker eine Menge Hände zu schütteln hatten. Vom Sammler der zuletzt gezeigten Claas-Miniaturen, Raimund Dammann, erhielt Westheider zudem als Dankeschön einen kleinen Mähdrescher, Jungbluth als Willkommensgeschenk eine Speisequark-Packung und eine alte Käseschachtel aus dem Jahr 1954. "Wortspiele über Quark und Käse im Museum spare ich mir lieber", scherzte der von der Gabe sichtlich überraschte Museumsleiter. Ein kurioses Geschenk erhielt auch Rolf Westheider, dem unter anderem auch für sein Engagement bei Integrationskursen von Migranten aus der ehemaligen Sowjetunion gedankt wurde. Dafür erhielt er einen traditionellen Filzhut aus Kirgisien, den er sich zur Erheiterung der Gäste der Finissage dann auch prompt aufsetzte. "Sie haben dazu beigetragen, den Aussiedlern Gütersloh als ein Stück Heimat zu vermitteln", sagte Hermann Strutz, Leiter der Integrationskurse, dann wieder ernsthaft. Westheider bemühte sich nach all dem Lob, sein Wirken wieder etwas aus dem Mittelpunkt herauszurücken. Er verwies auf die vielen helfenden Hände, die zu den Erfolgen der vergangenen 14 Jahre beigetragen hätten - darunter auch die ehemalige Vorsitzende des Heimatvereins, Renate Horsmann, deren Mut auch zu ungewöhnlichen Dingen vieles erst möglich gemacht habe. "Wir sind gemeinsam neugierig geblieben", so Westheider, der der Vorsitzende des Kreisheimatvereins und Beiratsmitglied der Museumsinitiative OWL bleiben wird. Letztlich zollte er auch dem großen Team der freiwilligen Helfer Respekt, ohne die die Arbeit im Museum nicht möglich gewesen wäre. "Wir haben uns immer gefreut, wenn Sie reingeschaut haben", sagte die Mitarbeiterin Lucie Göhlsdorf, die stellvertretend für die weiteren Ehrenamtlichen den Dank ihres scheidenden Chefs entgegennahm und fügte leise hinzu: "Wir werden Sie sehr vermissen." Westheider ließ jedoch erst gar keine Trauerstimmung aufkommen und verwies darauf, dass sein Abschied auf Laetare, den vierten Fastensonntag, falle und dass dies aus dem Lateinischen übersetzt schließlich "Freue Dich!" heiße. "Also freuet Euch über das, was gewesen ist", so Westheider. "Und freut Euch auf die Zukunft mit Franz Jungblut."

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