Gütersloh Umstieg auf DVB-T 2 erst nächstes Jahr

TV-Empfang per Antenne: Sender und Verkaufsfirmen werben schon für die Umstellung auf das neue Digitalfernsehen, doch die neue Technik steht im Kreis Gütersloh noch nicht zur Verfügung

Stefan Boes
Thomas Klüter

Gütersloh. Ab dem 29. März bleibt der Bildschirm schwarz, bei den Fernsehzuschauern, die die öffentlich-rechtlichen TV-Sender über Digitalfernsehen DVB-T per Antenne empfangen. Das jedenfalls wird den Nutzern schon seit Längerem auf dem Bildschirm per Info-Einblendung suggeriert. Tatsächlich bleibt im Kreis Gütersloh erst einmal alles beim Alten. Die Umstellung von DVB-T1 auf die neue Technik DVB-T2 HD wird in der Region erst im Frühjahr 2018 vollzogen, sagt Veit Olischläger vom Projektbüro DVB-T2 HD Deutschland. "Am 29. März werden die Standorte an Rhein und Ruhr umgestellt. Mit Dachantenne können auch im Bereich Gütersloh diese Signale empfangen werden", sagt Olischläger. Das würde aber nur wenige Haushalte betreffen. Nutzer von Zimmer- und Außenantennen seien noch nicht von der Umstellung betroffen. Über die neue Technik werden alle Programme, also auch die der privaten Sender, in HD-Qualität ausgestrahlt. Dafür muss aber extra bezahlt werden, ebenso für einen neuen Receiver. Etwa 2,1 Millionen Nutzer in Nordrhein-Westfalen müssen früher oder später auf die neue Technik umsteigen. Zum Vergleich: 3,7 Millionen Menschen in NRW haben Kabelanschluss, 4 Millionen nutzen eine Satellitenschüssel. Die Umstellung startet nicht überall in Deutschland zur selben Zeit. Der Aufwand, die eingeblendeten Hinweise auf den lokalen Starttermin anzupassen, sei aber zu groß, sagt ein Sprecher des Westdeutschen Rundfunks, der in Nordrhein-Westfalen für die technische Umrüstung der Sendeanlagen zuständig ist. "Es schadet aber nicht, sich jetzt schon einen neuen Receiver zu kaufen", so der Sprecher. Die Technik sei abwärts kompatibel, das heißt, mit einem DVB-T2-Receiver kann auch Fernsehen geschaut werden, das noch über DVB-T1 gesendet wird. Das wissen anscheinend auch die großen Elektronikanbieter. Denn die werben in Gütersloh jetzt schon mit den neuen Empfängern und Fernsehgeräten, die einen eingebauten DVB-T2-Receiver haben. "Es gibt viele Kunden, die sich jetzt bereits bei uns erkundigen", sagt ein Verkäufer des Elektronikmarktes Euronics XXL Bücker. Die Nachfrage nach den kompatiblen Receivern steige. Es sei auch sinnvoll, sich schon bald ein neues Gerät zu besorgen. "Wichtig beim Kauf ist das grüne Logo mit dem Schriftzug "DVB-T2 HD", sagt Michael Gundall, Experte von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. "Dann kann man sicher sein, dass der Empfänger kompatibel mit der neuen Technik ist." Sicher ist der Käufer dann aber auch, dass er einen Receiver gekauft hat, der mit einem Karten-Slot für die Privatsender ausgerüstet ist. Bei Freenet, dem Anbieter des Privatfernsehens über DVB-T2, kann man sich online kostenpflichtig freischalten lassen, obwohl die Privatsender in Gütersloh erst ab 2018 zur Verfügung stehen. Auf Nachfrage teilte Holger Crump, Sprecher von Freenet mit, dass Media Broadcast, Betreiber der Freenet.tv-Plattform, davon ausgehe, dass sich jeder Zuschauer vor einer Buchung über die Verfügbarkeit des Produkts informiere. Auf der Internetseite gebe es dafür den Empfangs-Check. "Das Guthaben einer Abo-Karte verfällt auch nicht", sagt Crump. "Wenn in einer Region erst später umgeschaltet wird, kann die Guthabenkarte zu einem späteren Zeitpunkt eingelöst werden." Die Receiver, die nur öffentlich-rechtliche Sender empfangen, sind etwas günstiger. Einfache Modelle gibt es bereits ab etwa 30 Euro. Weitere Informationen zum Empfang von DVB-T2 HD sind auf der Internetseite www.dvb-t2hd.de/regionen zu finden.

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