Auch in silber: Erst vor rund 50 Jahren wurde die heute klassische Claas-Farbe "Saatengrün" in Umlauf gebracht. Entsprechend sind in Raimund Dammanns Sammlung auch andersfarbige Modelle wie die des Claas Matador zu sehen. - © Gabriele Grund
Auch in silber: Erst vor rund 50 Jahren wurde die heute klassische Claas-Farbe "Saatengrün" in Umlauf gebracht. Entsprechend sind in Raimund Dammanns Sammlung auch andersfarbige Modelle wie die des Claas Matador zu sehen. | © Gabriele Grund

Gütersloh Ausstellung mit Mini-Rasenmähdreschern im Gütersloher Stadtmuseum

Ein Transportzug mit Claas-Mähdreschern löste bei Raimund Dammann das Sammelfieber aus

Guitano Darhoven

Gütersloh. Der Claas Dominator 108 SL Maxi wiegt rund elf Tonnen und ist 3,85 Meter hoch. Der Lexion wiederum bringt je nach Modellvariante zwischen 16 bis 19 Tonnen auf die Waage und kommt mit einer Höhe von vier Metern daher. Der Tucano 450 wirkt zunächst zwar kleiner, ist dann aber auch ein riesenhaftes Gefährt. Und doch werden diese Modelle ab Sonntag, 18. Dezember, ab 11 Uhr im Obergeschoss des Stadtmuseums zu sehen sein - allerdings in deutlich geschrumpfter Form. Gut, dass Museumsleiter Rolf Westheider Beharrlichkeit bewies, denn so können in der neuen Winterausstellung zum Thema "Spielzeug" 200 Miniaturen historischer und aktueller Claas-Modelle aus der bislang nie gezeigten Privatsammlung von Raimund Dammann aus Harsewinkel präsentiert werden. Bis zum 26. März sind teils rare Modelle des Landmaschinenherstellers zu sehen. Dabei handelt es sich sowohl um kindgerechtes Spielzeug mit verschiedenen Funktionen als auch um reine Ausstellungsminiaturen, die aufgrund ihrer Detailvielfalt nicht bespielt werden können. Begleitet von Giesbert Nunnemann als neuem Vorsitzenden des Gütersloher Heimatvereines und der Ehrenvorsitzenden Renate Horsmann ließ sich auch Tomislav Novoselac, Leiter des Claas-Archivs, einen ersten exklusiven Blick auf die Schau nicht entgehen. "Ich freue mich sehr, dass wir für die Exponate aus Privatbesitz, kombiniert mit dem Engagement eines Global Players, Räume, Atmosphäre und Aura bieten können", sagte Westheider. Mit der Ausstellung möchte man nicht nur Spielzeug oder Modelle zeigen, sondern kulturgeschichtliche Besonderheiten sowie Firmen- und Technikgeschichten aus der Region vermitteln. Die Modelle werden im historischen Kontext mit raren Prospekten, Zeichnungen, Firmenzeitungen ("Der Knoter") und Fotos begleitet und themenbezogen dargestellt. Die zeitliche und technische Entwicklung der Mähdrescher, Häcksler, Pressen, Ladewagen und Traktoren wird dadurch anschaulich. Filme aus dem Firmenarchiv informieren über frühere Produktionsbedingungen sowie den Einsatz- und die Verwendungsmöglichkeiten der Maschinen. Saatengrün, Gold oder Silber und in möglichst geringer Auflage produziert müssen die Modelle sein, damit sie bei Raimund Dammann Jagdfieber auslösen. Infiziert wurde der Zahnmediziner und Vater von drei Kindern, als er als Kind einen riesigen, nicht enden wollenden Transportzug mit Claas-Mähdreschern am Bahnhof sah. Nach einem Ausflug in die Welt der Blechspielzeuge beschränkte sich Dammann auf das Sammeln seltener Claas-Miniaturen. Auch wenn vor 60 Jahren die Claas-Farbe Saatengrün in den Umlauf gebracht wurde, gibt es auch silberne und sogar goldene Mähdrescher und Häcksler zu sehen. Der wahre Wert dieser Exponate drückt sich allerdings nicht in Euro, sondern in ideellen Werten aus. Vor allem, weil Firmenchef Helmut Claas ein Autogramm auf etliche von Raimund Dammann vorgelegte Modelle schrieb. Das erste Claas-Modell war noch rot und kam Mitte der 60er Jahre auf den Markt. Klassiker ist bis heute der Dominator. "Er wurde auch von Claas als Dankeschön- und Präsentationsmodell vergeben", so Dammann. Heiß begehrt sind für Sammler limitierte Sondermodelle, die zu unterschiedlichen Anlässen herausgebracht werden. So wie der silberne Claas Jaguar 980 und der Claas Lexion 770, von denen es jeweils lediglich 500 Stück gibt. Beide 1:32 Modelle wurden im Rahmen der 100 Jahrfeier des Unternehmens ausgegeben. Ebenfalls stolz ist der Harsewinkeler auf seine vollständige Firmenzeitschriftensammlung, die 1949 mit "Der Knoter" begann.

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