Die Pläne für die Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes werden immer umfassender - © Marten Siegmann
Die Pläne für die Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes werden immer umfassender | © Marten Siegmann

Gütersloh Stadt Gütersloh will ZOB auf die Fläche der Post verlegen

Die Pläne für die Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes werden immer umfassender

Ludger Osterkamp

Gütersloh. Die Stadt will den Busbahnhof perspektivisch auf das Gelände der Post verlegen. Das geht aus den Vorgaben für den Gestaltungswettbewerb für den Bahnhofsvorplatz hervor. Die Deutsche Post bietet die Fläche mit ihrer Hauptfiliale an der Kaiserstraße seit einiger Zeit auf dem Immobilienmarkt an. Für die Stadt ist das Anlass, ihre bisherigen Überlegungen für die Umgestaltung des Bahnhofsplatzes zu revidieren. Der Wettbewerb, den sie nun ausloben will und dessen Ergebnisse im Laufe des Sommers 2017 vorliegen sollen, umfasst nun ein viel größeres Gebiet: Es ist 3,5 Hektar groß und umfasst neben dem Willy-Brandt-Platz die Flächen der heutigen Post und des ZOB, begrenzt durch C & A und Fernsehturm. Die Stadt spricht von einer „strukturellen Neuordnung". Damit verbunden wären weitere Bebauungen – sowohl auf dem Gelände des heutigen ZOB als auch auf dem der Post. Selbst bei Verlagerung des Busverkehrs dorthin (samt neuer Sozialräume für Busfahrer und neur Ticketzentrale für Kunden) blieben laut Stadt noch genügend Flächen für andere Gebäude, etwa für Büros oder Beherbergungsbetriebe. Eine Ausweitung des Einzelhandels bis zu den Gleisen hin sähe die Stadt indes kritisch. Mit der Post sei noch zu klären, welche Nutzungen sie künftig noch an der Kaiserstraße vorhalten wolle, etwa die Postbankfiliale. Diese Nutzungen seien in das neue Konzept zu integrieren. So oder so werde sich das Schrumpfen der Post stark auf die Zahl der Parkplätze auswirken, denn bislang sei es vor allem der gelbe Konzern, der sie benötige. Entfällt diese Anlaufstelle, will die Stadt die Zahl der Parkplätze auf ein notwendiges Minimum verringern. Sie spricht von „etwa 12 bis 15 komfortablen sogenannten Kiss-and-ride-Plätzen für Kurzzeitparker". Das reiche – und böte damit Optionen, den Willy-Brandt-Platz zu verschönern. Vorgesehen seien lediglich noch einige Taxi-Plätze, Ladestationen für Elektroautos und ein paar Flächen für Car Sharing-Autos. Bei der Neunutzung des Postareals will die Stadt darauf achten, einen Fußweg nahe der Gleise zur Friedrich-Ebert-Straße freizuhalten – das verkürze den Wechsel auf die südliche Seite des Bahndammes. Aus dem Auslobungstext geht hervor, dass sie aber auch den Fußgängertunnel unter den Gleisen bis zum Langen Weg (Quartier „Gleis 13") nicht aus den Augen verloren hat – vorausgesetzt, sie kann dafür Fördermittel gewinnen. Für die Fahrräder will die Stadt ein Parkhaus bauen. Die schneckenförmige Rotunde samt (ohnehin sanierungsbedürftige) Fahrradtiefgarage soll weichen. Zusätzliche Bügel und Ladestationen für E-Bikes seien vorzuhalten. Herzstück des gesamten Viertels aber solle der – neugestaltete – Bahnhofsvorplatz werden. Er müsse, so heißt es im Auslobungstext, „seiner Rolle als Visitenkarte der Stadt gerecht werden". Neben der Verbesserung von Verkehrsflüssen und Fußgängerübergängen müsse er gestalterisch und seine Aufenthaltsqualität verbessert werden. Das sei auch in einem Runden Tisch mit den anliegenden Gewerbetreibenden Konsens gewesen.

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