Vertrag unterschrieben: Andreas Sunder (vorne v.l.), Sven-Georg Adenauer, Henning Schulz und Christine Lang sowie (hinten v.l.) die Sparkassenvorstände Kay Klingsieck, Jörg Hoffend, Heinz Hüning und Frank Ehlebracht. - © Ludger Osterkamp
Vertrag unterschrieben: Andreas Sunder (vorne v.l.), Sven-Georg Adenauer, Henning Schulz und Christine Lang sowie (hinten v.l.) die Sparkassenvorstände Kay Klingsieck, Jörg Hoffend, Heinz Hüning und Frank Ehlebracht. | © Ludger Osterkamp

Gütersloh Sparkassen Gütersloh und Rietberg schließen sich Anfang des Jahres zusammen

Landrat Sven-Georg Adenauer hält weitere Fusionen für denkbar

Ludger Osterkamp

Gütersloh. Die Fusion der Sparkassen Gütersloh und Rietberg ist besiegelt. Die Vertreter des Zweckverbandes und der Städte Gütersloh, Rietberg sowie dem Kreis haben gestern ihre Unterschrift unter den öffentlich-rechtlichen Vertrag gesetzt. Dem gemeinsamen Institut steht somit nichts mehr im Wege. Die Fusion vollzieht sich zum 1. Januar kommenden Jahres. Nachdem sich am Montag der Kreistag mit großer Mehrheit für die Fusion ausgesprochen hatte, stimmte gestern mit dem Zweckverband der Gütersloher Sparkasse einstimmig auch das letzte Organ zu und setzte den Schlusspunkt unter den politischen Willensbildungsprozess. „Das ist ein historischer Moment", sagte Vorstandsvorsitzender Jörg Hoffend. Der Zusammenschluss sei eine Antwort auf die Herausforderungen, vor denen die Banken aktuell stünden – Stichworte Niedrigzins, Regulatorik, Eigenkapitalquote. „Wir sind zusammen schlagkräftiger als alleine." Der Rietberger Sparkassenchef Heinz Hüning sah das genauso: Vor der Entscheidung, im 139. Geschäftsjahr die Eigenständigkeit der 1878 gegründeten Sparkasse aufzugeben, habe er großen Respekt gehabt, aber sie sei richtig. Man habe den Zusammenschluss in partnerschaftlichem Miteinander" geregelt, auf Augenhöhe. Er sei sich sicher, die Kunden kämen „ruckelfrei" im neuen Haus an. Die Fusion erfolge „aus einer guten Zeit, einer Stärke heraus", sagte der Rietberger Verwaltungsratsvorsitzende, Bürgermeister Andreas Sunder. Sein Gütersloher Bürgermeisterkollege Henning Schulz lobte die interkommunale Zusammenarbeit. Man habe sehr lösungs- und zielorientiert gearbeitet. Hoffend sieht in dem Zusammenschluss eine Reihe konkreter Vorteile: Größeren Spielraum bei Kreditvergaben beispielsweise, bessere Möglichkeiten im Vertrieb und einen „insgesamt schlankeren Personalkörper". An dem Personal mit Kundenkontakt werde nicht gespart, wohl aber an internen Stellen. Betriebsbedingte Kündigungen werde es jedoch nicht geben, versicherte Hoffend. Eine Zielmarke für den Personalbestand nannte er nicht. Hüning, Hoffend und dessen Gütersloher Vorstandskollege Kay Klingsieck stellten die hohen Auflagen für eine solche Fusion heraus. Aus dem Fusionskonzept, 80 Seiten stark, müsse klipp und klar hervorgehen, dass der Zusammenschluss für beide Seiten Vorteile bringe, sonst werde er von der Bankenaufsicht (Bafin) gar nicht genehmigt. „Unser Ziel ist es, auch künftig über dem Verbands-Durchschnitt zu liegen." Die Beteiligten betonten, außer dem Namen – das Institut heißt künftig „Sparkasse Gütersloh-Rietberg" – ändere sich für die Kunden zunächst nichts. Die Geschäftsstellen samt der vertrauten Mitarbeiter blieben erhalten, alle Karten blieben gültig. Die technische Fusion – Zusammenführung der IT – ist für den 20. August geplant. Die betroffenen Kunden würden rechtzeitig über mögliche Änderungen informiert, hieß es. Dass es künftig weitere Sparkassen-Fusionen gebe, sei wahrscheinlich, werde aber von den jeweiligen Trägern entschieden, sagte Landrat Sven-Georg Adenauer. „Die Zeit für solche Überlegungen wird kommen." Es komme immer auf den Einzelfall an. Adenauer sagte, der Vergleich mit den Volksbanken hinke. Die Volksbank Gütersloh etwa habe mit Bielefeld fusioniert, um der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold zuvorzukommen, und die demnächst anstehende Erweiterung um die Volksbank Warendorf komme auch nur deswegen zustande, „weil es nach meinen Informationen der Volksbank Warendorf grottenschlecht geht."

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